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10 Jahre Widerstand


Der Kampf gegen die Gentechnik geht weiter

 

Zehn Jahre dauert der Widerstand gegen Gentechnik in Lebensmittel und Landwirtschaft in Europa bereits - mit großem Erfolg! Aber worum wird da eigentlich gestritten? Die wichtigsten Punkte in aller Kürze:

 

Gentechnik ist Risikotechnik
Mehr Spritzmittel durch Gen-Pflanzen
Spanien: Kontamination von Nachbars Feldern
Das Welthunger-Argument
Monsantos schmutzige Weste
Die EFSA prüft schlampig
Geringe Akzeptanz von Gentech-Lebensmittel
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Gentechnik ist Risikotechnik

Die Funktionsweisen im Erbgut sind weitgehend unerforscht. Weder kann der Ort, wo ein Gen eingebaut wird, gesteuert werden noch die Anzahl der eingebauten Kopien oder die Wechselwirkungen. Überraschungen gibt es selbst bei Pflanzen, die bereits großflächig angebaut werden: An der Universität Georgia wurde z.B. Roundup-Ready-Soja untersucht. Bei Hitzestress platzten und knickten unerklärlicher Weise die Stängel der Gentech-Pflanze.

 

Umstritten ist auch die Kontrollierbarkeit. Während Gentech-Befürworter trennende Hecken zwischen Feldern als geeignete Maßnahmen gegen Pollen- und Bienenflug ansehen, setzt Greenpeace auf das Vorsorgeprinzip. Denn Gentech-Pflanzen beachten keine Ackergrenzen. In die Umwelt ausgesetzt, sind sie nicht mehr rückholbar und übertragen ihre Eigenschaften auf herkömmliche Pflanzen. Beispiel Kanada: Hier hat sich Gentech-Raps fast flächendeckend ausgebreitet, Ökobetriebe mussten ihren Raps-Anbau aufgeben.

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Mehr Spritzmittel durch Gen-Pflanzen

"Gentech-Pflanzen reduzieren den Chemie-Einsatz" ist einer der Stehsätze der Agro-Konzerne. Stimmt ja auch - allerdings nur vorübergehend: Der renommierte US-Agrarwissenschafter Charles Benbrook hat bewiesen, dass der Pestizid-Einsatz nur in den ersten drei Jahren geringer ist. Argentinische Soja-BäuerInnen haben 2003 und 2004 58 Prozent mehr Glyphosat pro Hektar gespritzt als im ersten Gentech-Anbaujahr 1996/97.

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Spanien: Kontamination von Nachbars Feldern

Spanien ist das einzige EU-Mitgliedsland, das gentechnisch veränderten Mais in großem Stil (laut ISAAA weniger als 100.000 Hektar insgesamt) anpflanzt. In fast einem Viertel der untersuchten Fälle fanden sich ungewollte Gentech-Kontaminationen auf Gentechnik-freien Feldern. Langjährig kultivierte regionale Maissorten sind bereits dermaßen kontaminiert, dass sie nicht mehr zum Anbau verwendet werden können.

 

Beispiel Rumänien: In mindestens 10 der 42 Regionen wird illegal Gentech-Soja angebaut. Der Monsanto-Manager Dragos Dima schätzt, dass 90 Prozent der in Rumänien angebauten Soja manipuliert sind: "Bereits 1998 habe ich gewarnt, dass weder Rumänien noch Monsanto in der Lage wären, den Gentech-Anbau zu beobachten und zu kontrollieren. Leider ohne Erfolg."

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Das Welthunger-Argument


Brauchen wir Gentechnik um die Welt zu ernähren? Unsinn. Das Welthunger-Argument wird benutzt, um Kritiker zu diskreditieren. Beispiel "Golden Rice": Dieser produziert ein Pro-Vitamin A und soll so Menschenleben in der "Dritten Welt" retten - ein unhaltbares Versprechen! Tatsächlich verstellt "Golden Rice" den Blick auf einfache Lösungen: So versorgt schon ein halber Teelöffel Palmöl ein Kind mit ausreichend Vitamin A.

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Monsantos schmutzige Weste

Weltweit stammen 90 Prozent aller Gentech-Pflanzen von Monsanto. In den USA wechseln MitarbeiterInnen von Monsanto zu US-Bundesbehörden - und zurück. Monsanto und die britische Labour Party werden von derselben PR-Agentur vertreten, führende Labour-Mitglieder haben massiv in die Gentech-Industrie investiert. Die Kombination von Patentrecht und Gentechnik gibt Monsanto ein effektives Werkzeug in die Hand, um die gesamte Nahrungsmittelproduktion zu dominieren.

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Die EFSA prüft schlampig

Die "European Food Safety Authority" versagt: Gentech-Pflanzen erhalten Freibriefe, selbst wenn Daten fehlen bzw. Hinweise auf technische Fehler oder auffällige Veränderungen in den Inhaltsstoffen vorliegen. Ein Beispiel dafür ist der MON 863-Mais, der bei einer Untersuchung in Frankreich gravierende gesundheitliche Auswirkungen bei Ratten zur Folge hatte. Offensichtlich wiegen wirtschaftliche Interessen schwerer als der Schutz von Umwelt und VerbraucherInnen.

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Geringe Akzeptanz von Gentech-Lebensmittel


Global gesehen sind Gentech-Pflanzen ein Minderheitenprogramm auf nur 90 Millionen Hektar (weniger als die dreifache Fläche Deutschlands) in 21 Staaten. Alleine auf das Konto der USA geht über die Hälfte des Anbaus, vor Argentinien und Brasilien. In Europa haben bloß Spanien und Rumänien nennenswerten Anbau (Quelle: ISAAA).

 

Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden von einer Mehrheit der Europäer abgelehnt (Eurobarometer "Europäer und Biotechnologie 2005"). 58 Prozent der Befragten, die eine klare Meinung zum Thema haben, sind skeptisch gegenüber der "grünen" Biotechnologie. Gentech-Lebensmittel werden als zu riskant, moralisch inakzeptabel und ohne erkennbaren Nutzen eingestuft.

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Weitere Infos

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Download

FS_10_Jahre_Widerstand.pdf
Ein ausführlicher Bericht über 10 Jahre Gentech-Widerstand;
   97 K
FS_Chronologie_10_Jahre.pdf
Chronologie: Die wichtigsten Eckdaten;
   76 K