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Kampf in der Nordsee


 

Mit Leuchtraketen gegen Greenpeace-Aktivisten

 

Umweltorganisation fordet die Einrichtung einer Schutzzone "Doggerbank"

 

"Friendship" heißt der Fischkutter, der am Mittwochmorgen von Greenpeace-

Aktivisten im Seegebiet der Doggerbank gestellt wurde. Alles andere als freundlich reagierte die Kutterbesatzung jedoch auf den Protest gegen zerstörerische Fischereimethoden in der Nordsee.

 

Die Aktion beginnt um acht Uhr morgens. Zunächst eine vergebliche Auffor-derung an den Kapitän der "Friendship", die Doggerbank zu verlassen. Dann lassen die Greenpeacer eine große Boje zu Wasser und befestigen sie an der Schlepptrosse des Netzes. Drei Aktivisten halten sich auf dem Schwimmkörper fest.

 

Die Boje bringt das Schleppnetz in ein Ungleichgewicht. Würde es jetzt ab-gesenkt, so gerieten Seile und Maschen durcheinander. Entsprechend verärg-ert reagieren die Fischer: Sie feuern Leuchtraketen auf die Aktivisten ab.

Die Doggerbank, mitten in der Nordsee gelegen, gehörte einst zu den arten-reichsten Seegebieten. Heute ist sie nahezu leergefischt. Bei der hier üb-lichen Fangmethode mit schweren Grundschleppnetzen und Baumkurren wird der Meeresboden regelrecht umgepflügt. Die verwendeten Eisenketten schlagen selbst den harten Panzer von großen Taschenkrebsen auf.

 

Um der Zerstörung Einhalt zu gebieten, fordert Greenpeace die Einrichtung einer Schutzzone Doggerbank. Eine Forderung, die nach Meinung der Meeres-expertin Iris Menn von Greenpeace Deutschland auch im Interesse der Fischer sein sollte.

 

"Wenn die Fischer so weitermachen wie bisher, wird die Nordsee komplett zer-stört", sagt Menn. "Die einzigartigen Lebensräume von Nord- und Ostsee müs-sen endlich geschützt werden. Nur durch Schutzgebiete werden sich die Fisch-bestände erholen können. Und nur so werden die Fischer auch künftig etwas im Netz haben."

 

Iris Menn befindet sich derzeit auf dem Greenpeace-Schiff "Esperanza", das seit mehreren Wochen auf der Nordsee unterwegs ist, um mit Fischern Kontakt aufzunehmen und für Schutzgebiete zu werben. Insgesamt 17 solcher Gebiete, entsprechend rund 40 Prozent von Nord- und Ostsee, müssen unseres Erachtens eingerichtet werden. Nur so können die beiden Meere geschützt werden und die Fischbestände sich erholen.

 

Weitere Informationen dazu findest du auf der Schutzgebiete-Seite von Greenpeace Deutschland. Und wenn du mehr über die Arbeit der Greenpeace-Aktivisten auf der "Esperanza" erfahren willst, lies doch deren Weblog.