Home Kontakt   Service   Go  
Home > Media Center > Presseaussendungen > Archiv > Meere + Wale > EU muss die Plünderung der Meere stoppen
EU muss die Plünderung der Meere stoppen


Greenpeace fordert:

 

EU muss die Plünderung der Meere stoppen

Mehr als 1000 Grundschleppnetze durchpflügen die Nordsee

 

Berlin,  13.10.2004.  15  Aktivisten  der  Umweltorganisation  Greenpeace protestieren seit heute Vormittag am Brandenburger Tor gegen die Plünderung von  Nord-  und  Ostsee.  Sie  haben  ein  20 Meter langes und sieben Meter breites  Original-Schleppnetz  aufgebaut, in dem ein gedeckter Esstisch mit Beifang steht - sinnlos getötete Meerestiere. Ein Marktschreier proklamiert den Ausverkauf der Meere und fordert zu umfassendem Meeresschutz auf.

 

Rund  1000 derartige Grundschleppnetze durchpflügen und zerstören mit ihren schweren  Eisenketten  regelmässig  den Meeresboden der Nordsee. Greenpeace wendet  sich  mit  der  Protestaktion  an  europäische  Wissenschaftler und Politiker,   die   seit   heute   beim  Umweltrat  der  Bundesregierung  im Wissenschaftszentrum   Berlin   tagen,  um  auf  EU-Ebene  eine  politische Strategie zum ganzheitlichen Meeresschutz zu erarbeiten. Mitte August hatte die Umweltorganisation bereits 11.000 tote Meerestiere - das Ergebnis eines zweistündigen  Fangs  mit einem solchen Schleppnetz - auf dem Pariser Platz gezeigt, um auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen.

 

"Dieser  mit  Beifang gedeckte Tisch im Netz ist ein Beispiel dafür, wie es in den Restaurants eigentlich aussehen müsste. Zu jeder servierten Seezunge oder  Scholle müssten neun weitere Teller mit Meerestieren serviert werden, die vollkommen sinnlos als Beifang gestorben sind", sagt Thomas Henningsen, Meeresexperte  von  Greenpeace. "Wenn wir die einzigartigen Lebensräume der Nord-  und  Ostsee erhalten und die Fischer auch morgen noch gefüllte Netze haben   wollen,  brauchen  wir  dringend  großflächige  Schutzgebiete",  so Henningsen.  In  den  Schutzgebieten sollen Fischerei, Öl- und Gasförderung ausgeschlossen  sein.  Nur so haben die zerstörten Lebensräume eine Chance, sich wieder zu erholen.

 

Greenpeace   Deutschland   arbeitet   gemeinsam  mit  Greenpeace  Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen, Großbritannien und Holland für den Schutz von Nord- und Ostsee. Dabei markierte das Greenpeace Schiff "Esperanza" mit dem "Schutzgebiet   Doggerbank"   eines   der  von  Greenpeace  vorgeschlagenen Schutzgebiete  in  der  Nordsee.  Die  "Esperanza"  in  der Nordsee und die "Beluga  II" in der Ostsee informierten Fischer und protestierten gegen die zerstörerische Grundschleppnetz-Fischerei.

 

Auch  die  EU-Umweltminister  und die EU-Fischereiminister, die sich in den kommenden  Tagen  in  Luxemburg  treffen,  sind  aufgefordert, sich mit der Plünderung   der  Meere  zu  befassen.  "Die  EU  blockiert  sich  mit  dem Kompetenzgerangel  der verschiedenen Ministerien selbst. Die Politiker sind offensichtlich  nicht  in  der  Lage,  Nord-  und Ostsee zu schützen", sagt Thomas  Henningsen.  "Ein  einziges  Meeresschutzgremium  auf  europäischer Ebene, das die nötigen Kompetenzen besitzt, die Meere umfassend zu schützen und strikte Schutzgebiete zu etablieren, ist dringend notwendig."