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 Am 10. Juli 1985 verüben Taucher des französischen Geheimdienstes in Neuseeland einen heimtückischen Anschlag auf das Greenpeace-Flaggschiff Rainbow Warrior.
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März 1985 - Es herrscht eine freudige Spannung an Bord der "Rainbow Warrior", als sie im März 1985 von Jacksonville in Florida aus in See sticht. Die 27 Besatzungsmitglieder fiebern ihrem Einsatz entgegen: Zuerst geht es zur kleinen Südseeinsel Rongelap im Pazifik.
Die rund 300 Bewohner haben Greenpeace um Hilfe gebeten. Sie leiden unter den Folgen der US-Atomtests zwischen 1946 und 1958 auf dem benachbarten Bikini-Atoll. Ihre Heimat ist strahlenverseucht, Krebs und Fehlbildungen bei Neugeborenen sind weit verbreitet.
Mit Hilfe der Rainbow Warrior wollen die Rongelapesen auf die nicht verstrahlte Insel Mejato umgesiedelt werden. Doch das 44 Meter lange Flaggschiff der Greenpeace-Flotte hat eine weitere Mission: Von Mejato aus soll es, nach einem kurzen Zwischenstopp in Neuseeland, zum Moruroa-Atoll aufbrechen, um dort französische Atomtests zu stören.
"Regenbogen-Kämpfer" sollten nach einer Prophezeiung der Cree-Indianer die Erde vor einem ökologischen Inferno retten und die "Rainbow Warrior" macht ihrem Namen alle Ehre: Mit ihrer Hilfe hatte Greenpeace zum Beispiel die Verklappung von radioaktivem Müll im Atlantik vor Spanien und von Dünnsäure in der Nordsee verhindert oder Wale und Robben vor deren Schlächtern gerettet. Mehr als 100.000 Dollar hat Greenpeace vor der großen Pazifik-Fahrt in sein Kampagnenschiff investiert. Neue Großsegel zieren die Masten, Friedenstauben die Schiffswand, den Bug ein Regenbogen. Zudem hat es ein modernes Funk- und Radarsystem erhalten, und die komplett überholten Maschinen lassen die Warrior nun mit zehn bis elf Knoten rund 20 Stundenkilometern durch die Wellen gleiten.
Admiral Henri Fages, der Kommandeur des französischen Atomtestzentrums im Pazifik, hat schon zu Beginn des Jahres von der bevorstehenden Greenpeace-Protestfahrt nach Moruroa Wind bekommen. Besorgt informiert er den Chef des Auslandsgeheimdienstes Direction Générale de la Sécurité Extérieure (DGSE), Pierre Lacoste. Anfang März wendet sich der Admiral direkt an Verteidigungsminister Charles Hernu: Die Regierung möge beizeiten geeignete Strategien entwickeln, um Störungen zu verhindern. Hernu lässt die ministerielle Arbeitsgruppe "Gegenschlag" bilden. Am 19. März erhält Geheimdienstchef Lacoste vom Büroleiter des Verteidigungsministers die Weisung, den Protest der Rainbow Warrior zu stoppen; zudem soll er seine Agenten auf die Greenpeace-Kampagne ansetzen. |