Zugegeben: Lkw und Pkw haben ihre Vorteile. Der Transport von Tür zu Tür erleichtert das Leben manchmal sehr. Aber mit dem explosionsartigen Anstieg der Pkw- und Lkw-Zahlen in den letzten Jahrzehnten sind die vielen Nachteile nicht mehr zu übersehen.
Da gibt es die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit: Erkrankungen und Todesfälle durch Feinstaub, Ozon- und Abgasbelastung, Lärm und Verkehrsunfälle. Andererseits schlagen auch Umweltschäden zu Buche: Kleinräumige Umweltschäden, wie kranke Wälder, aber auch globale Folgen, wie den Klimawandel aufgrund des überhöhten CO2-Ausstoßes.
Die Belastung der Atemluft führt zu Erkrankungen an den Atemwegen und im Lungenbereich, zu Asthma und Allergien. Die dauernde Lärmbelastung verursacht Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Herz-Kreislaufprobleme etc., speziell bei Anrainern von Autobahnen oder stark befahrener Straßen.
Die Abgasbelastung verursacht Schäden an Bäumen und Wäldern, was z. B. in alpinen Gebieten (Schutzwälder!) ein immenses Problem darstellt. Der Ausbau des hochrangigen Straßennetzes führt zu einem Verlust von Artenvielfalt. Der Straßenverkehr verzeichnet außerdem die größten Zuwächse beim CO2-Ausstoß. Der Klimawandel ist ohne massive Reduktion beim Lkw- und Pkw-Verkehr nicht aufzuhalten.
Die Folgekosten der Schäden durch Verkehr müssen alle Staatsbürger tragen. Denn der Verkehr auf Österreichs Straßen kommt nur für einen geringen Teil der Kosten, die er verursacht, selbst auf. Laut offizieller Wegekostenrechnung des Verkehrsministeriums betrug der Deckungsgrad im Jahr 2000 gerade einmal 32 Prozent. Beim Lkw-Verkehr sieht die Bilanz noch negativer aus: Lkw ruinieren Straßen in einem viel höheren Ausmaß als Pkw, von den gesundheitlichen und ökologischen Folgen ganz zu schweigen.
Kostenwahrheit wäre die wichtigste Maßnahme, die Vormachtstellung von Lkw und Pkw zu brechen. Die Kfz verursachen nämlich weit höhere Kosten als z.B. die Eisenbahn.
In Österreich wurde mit 1. Jänner 2004 für Lkw ab 3,5 Tonnen auf allen Autobahnen und Schnellstraßen "Road Pricing" eingeführt. 22 Cent pro Kilometer ersetzen Vignettenpflicht und Straßenbenützungsabgabe. Das System ist in Europa nicht ungewöhnlich: In der Schweiz ist seit Anfang 2001 ein ähnliches System in Kraft, auch Deutschland plant eine Lkw-Maut.
TransportunternehmerInnen versuchen die Mautpflicht zu umgehen, indem ihre Lkw auf die Bundesstraßen ausweichen: Zählungen sprechen von Plus 30 Prozent. Auf manchen Strecken, wie dem steirischen Schoberpass, hat sich der Lkw-Verkehr mehr als verdoppelt.
Manche Bundesländer haben in der Folge Fahrverbote auf bestimmten Ausweichstrecken verhängt. Teilweise existieren auch ältere Fahrverbote, an den nötigen Kontrollen mangelt es leider.
Die einfache Regel muss lauten: mehr fahren - mehr zahlen. Denn mehr gefahrene Kilometer bedeuten mehr Abgase, mehr Feinstaub, mehr Lärm, mehr Straßenabnutzung.
Die Preise für Superbenzin und Diesel lagen 2003 bis zu 10 Prozent unter den Preisen von 1990 im Verhältnis zum durchschnittlichen Realeinkommen. Mit einer schrittweisen Angleichung der Benzin- und Dieselpreise auf das Niveau der 1990er Jahre könnten die Emissionen aus dem Verkehrsbereich deutlich reduziert werden. In den letzten beiden Jahren sind die Treibstoffpreise zwar gestiegen, die Schere ist aber weiterhin weit offen...
Greenpeace kämpft für eine menschen- und umweltfreundlichere Verkehrspolitik.
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