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35 Jahre für die Umwelt
35 Jahre Einsatz für die Umwelt - 35 Jahre Aktionismus



Mit spektakulären Aktionen deckt Greenpeace Missstände auf, nennt Verantwortliche beim Namen und erzwingt Änderungen. Mit direkten Konfrontationen zu Land und zu Wasser schaffen Aktivisten ein Bewusstsein für die globale Dimension der Zerstörung und die Notwendigkeit, neue Wege zu finden. 

 

35 Jahre Greenpeace bedeuten 35 Jahre erfolgreiche Arbeit für eine lebenswertere Welt. Doch jene Erfolge, die in Erinnerung bleiben, sind nicht immer die Bedeutendsten...

 

Greenpeace-Erfolge? Da fällt vielen die Ölplattform „Brent Spar“ ein, vielleicht auch der Antarktis-Vertrag oder das Walfang-Moratorium. Keine Frage, drei wichtige Meilensteine in der Greenpeace-Geschichte. Aber nur drei aus einer langen Liste. Und jene Erfolge, die im kollektiven Gedächtnis haften bleiben, sind nicht immer die nachhaltigsten.

 

Die Ereignisse rund um die Bohrinsel Brent Spar sind für viele Menschen noch präsent. Greenpeace und Hunderttausende boykottwillige Konsumenten zwangen den Ölmulti Shell, die Plattform Brent Spar nicht wie vorgehabt zu versenken sondern an Land zu zerlegen. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass als Folge der Proteste die Teilnehmerstaaten der Oslo-Paris-Konferenz (OSPAR) im Jahr 1998 ein generelles Verbot für das Versenken von Off-Shore-Anlagen im Norostatlantik beschlossen. Hier geht es nicht um eine, hier geht es um Hunderte Anlagen.

 

Schnelle Erfolge sind selten. Ein Missstand wird aufgedeckt, erst Jahre später kommt es zu einer Lösung. Dazwischen liegt langwierige Kampagnen-Arbeit, Lobbying, verstärkt durch den Druck von Aktionen. Dass die Holzmultis Interfor und West Fraser im April dieses Jahres einem Schutzabkommen für den Great Bear Rainforest zustimmten, ist das Ergebnis vieler Jahre hartnäckiger Kampagnenarbeit. Nun ist das Urwaldjuwel an der kanadischen Westküste gerettet, der beschwerliche Weg dorthin und die vielen Rückschläge werden bald vergessen sein.

 

Manche Kampagnen-Themen eignen sich nicht für spektakuläre Aktionen, und dennoch können sie große Erfolge einfahren. Ein Beispiel ist die Greenfreeze-Technologie. Greenpeace hat 1992 den Beweis erbracht, dass eine umweltfreundliche Kühlung möglich ist. Bei dem auf Initiative von Greenpeace entwickelten Kühlschränken wird sowohl auf die Ozonschichtkiller FCKW und H-FCKW als auch auf das Treibhausgas H-FKW verzichtet. Stattdessen kommt als Kältemittel der Kohlenwasserstoff Iso-Butan zum Einsatz. Die Isolierung wird mit Pentan geschäumt.

Bereits 1993 präsentierten neben der Firma "Foron" (Greenfreeze-Hersteller) auch führende Kühlschrankhersteller ihre eigenen "Greenfreeze"-Modelle. Heute wird diese Technologie auf der ganzen Welt eingesetzt – vor allem in den Wirtschaftsboom-Länder Asiens hat sich die „Greenfreeze“-Technologie durchgesetzt..

 

Aber der vielleicht größte Erfolg, den Greenpeace für sich verbuchen kann, ist keiner Jahreszahl zuzuordnen, keiner konkreten Kampagne und keiner bestimmten Gegend der Welt: Es ist die Veränderung des Bewusstseins, die Idee, dass sich Einsatz lohnt und dass es auf das Engagement jedes einzelnen ankommt.

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