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Ein Fisch - doch viele Arten
Ein Fisch - doch viele Arten


Tunfisch ist nicht gleich Tunfisch: Es gibt allein acht verschiedene Arten, die zur Gattung der eigentlichen Tunfische (Thunnus spp.) gehören. Manche Tunfische enden als Gourmet-Sushi, andere auf einer Pizza Tonno, und doch haben sie eines gemeinsam:

In Österreich dürfen sie alle lapidar als "Tunfisch" gehandelt werden – eine nähere Bezeichnung ist nicht vorgeschrieben. Auch die Fangmethoden sind dieselben: Ringwade, Langleine oder Treibnetz. Obwohl einige Tunfisch-Arten inzwischen auf der "Roten Liste der bedrohten Tierarten" der <abbr title="The World Conservation Union">IUCN</abbr> stehen, finden sie sich wie selbstverständlich immer noch auf einer anderen Liste wieder: unserer Speisekarte. So ist die begehrte Ware nur im Preis zu unterscheiden: je gefährdeter, desto teurer.

 

Folgende Arten werden bevorzugt wirtschaftlich genutzt:

Roter oder Großer Tunfisch
Blauflossen-Tun
Großaugen-Tunfisch
Gelbflossen-Tunfisch
Weißer Tun
Echter Bonito
weitere Infos
Links
Roter oder Großer Tunfisch


Engl.: Northern Bluefin Tuna / Lat.: Thunnus thynnus

 

• Biologie: maximal 4,50 m lang und 700 kg schwer; maximal 30  Jahre alt, mit fünf Jahren geschlechtsreif; größte Tunfisch-Art, die extrem weit wandert und ganze Ozeane durchquert; weltweit nur zwei Laichgebiete, im Golf von Mexiko und im Mittelmeer


• Vorkommen: Atlantik nördlich des Äquators; es werden zwei Bestände unterschieden (Westatlantik: Golf von Mexiko, Karibisches Meer bis Kanada; Ostatlantik: Norwegen bis Kanarische Inseln, Mittelmeer).


• Bedrohungsstatus: stark überfischt; laut Roter Liste der IUCN: Westatlantischer Bestand "vom Aussterben bedroht", Ostatlantischer Bestand "stark gefährdet"; Anzahl der erwachsenen Fische in den letzten 20 Jahren um 80 Prozent geschrumpft; Verdoppelung der Population dauert bis zu 14 Jahre.


• Wirtschaftliche Bedeutung: tiefdunkelrotes Fleisch; teuerste Tunfischart für Delikatess-Sushi; Hauptabsatzmarkt in Japan; Fanglänge inzwischen unter zwei Meter; rapide sinkende Fangzahlen, daher immer mehr Tunfischfarmen im Mittelmeer, in denen kleinere, oft illegal gefangene Tiere gemästet werden.

 

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Blauflossen-Tun


Engl.: Southern Bluefin Tuna / Lat.: Thunnus maccoyii

 

• Biologie: maximal 2,45 m lang; maximal 260 kg schwer; Alter bis zu 40 Jahren, erst mit acht bis elf Jahren geschlechtsreif

 

• Vorkommen: gemäßigte bis kalte Meere der Südhalbkugel, ziehen zum Laichen aber in die Tropen, weit wandernde Art

 

• Bedrohungsstatus: laut Rote Liste der IUCN "vom Aussterben  bedroht"

 

• Fangmethode: Langleinen, 65 Prozent der Fänge im Indischen Ozean, 25 Prozent im Südpazifik

 

• Wirtschaftliche Bedeutung: sehr teurer Delikatess-Fisch, größtenteils Frischfisch-Vermarktung für Sushi und Sashimi in Japan; findet sich nicht in Dosen.

 

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Großaugen-Tunfisch


Engl.: Bigeye Tuna / Lat.: Thunnus obesus

 

• Biologie: maximal 250 cm lang und 210 kg schwer; Alter bis elf  Jahre, mit drei Jahren geschlechtsreif

 

• Vorkommen: in tropischen und subtropischen Gewässern – Atlantik, Indischer Ozean und Pazifik, nicht im Mittelmeer, Tiefwasserfisch bis 250 m

• Bedrohungsstatus: laut Roter Liste der IUCN "gefährdet"

 

• Fangmethode: große Exemplare mit Langleinen, kleine Fische mit Ringwaden

 

• Wirtschaftliche Bedeutung: durch hohen Fettgehalt attraktiv für japanische Sashimi-Produkte, ansonsten als Frischfisch (Filet), junger Großaugen-Tun v. a. in Dosen

 

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Gelbflossen-Tunfisch


Engl.: Yellowfin Tuna / Lat.: Thunnus albacares

 

• Biologie: maximal 240 cm lang und 200 kg schwer; Alter < 8 Jahre; charakteristische ausgeprägte, lange gelbe Rücken- und Schwanzflosse; oft in Gesellschaft von Delfinen; weit wandernde Art

 

• Vorkommen: weltweit in allen tropischen und subtropischen Meeren zwischen 45ºN und 45ºS; kommt nicht im Mittelmeer vor

 

• Bedrohungsstatus: laut Roter Liste der IUCN "nicht gefährdet", Bestände sind allerdings in schlechtem Zustand; nun drohen sie auch im Zentral- und Westpazifik zusammenzubrechen.

 

• Fangmethode: meist mit Ringwaden, aber auch  Fangleinen-Fischerei

 

• Wirtschaftliche Bedeutung: für die Fisch-Industrie zweitwichtigste Tunfischart; vor allem Dosenprodukte; Hauptmärkte in USA,  Australien, Japan; Achtung: im östlichen tropischen Pazifik Ringwadenfischerei mit Beifängen an Delfinen und Jungfischen!

 

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Weißer Tun


Engl.: Albacore Tuna / Lat.: Thunnus alalunga

 

• Biologie: maximale Größe 140 cm; maximales Gewicht 60 kg; Alter bis zu 20 Jahre, mit vier bis sechs Jahren geschlechtsreif;  charakteristisch: lange stachelige Rückenflosse und große Brustflossen; extrem weit wandernde Art

 

• Vorkommen: in tropischen und mäßigen Gewässern aller Ozeane einschließlich des Mittelmeers

 

• Bedrohungsstatus: auf der Roten Liste der IUCN aufgrund "ungenügender "Datengrundlage" gelistet; die Situation der Bestände ist weitgehend unklar.

 

• Fangmethode: vor allem Langleinen-Fischerei, 40 Prozent der Fänge im Pazifik

 

• Wirtschaftliche Bedeutung: Der Weiße Tun ist ein wertvoller Speisefisch und die Fischerei nach ihm wirtschaftlich bedeutsam. Er ist der Dosen-Tunfisch mit der höchsten Qualität, wird aber auch frisch und tiefgekühlt vermarktet. Hauptabsatzmärkte: USA,
Kanada, Japan, Spanien

 

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Echter Bonito


Engl.: Skipjack Tuna / Lat.: Katsuwonus pelamis

 

• Biologie: maximale Länge 108 cm; maximales Gewicht 34,5 kg; maximales Alter: zwölf Jahre; charakteristisch: vier bis sechs dunkle Streifen an der Seite

 

• Fangmethode: meist Ringwaden

 

• Vorkommen: weltweit in tropischen und warmgemäßigten Gewässern zwischen 45ºN und 45ºS

 

• Widerstandsfähigkeit: mittel; Verdoppelung der Population dauert 1,4 bis 4,4 Jahre.

 

• Bedrohungsstatus: nicht in der roten Liste der IUCN geführt; im Pazifik kann für diese Art von nachhaltiger Fischerei gesprochen werden, während die Bestände im Atlantik komplett ausgebeutet sind.

 

• Wirtschaftliche Bedeutung: in den Tropen wirtschaftlich bedeutendster Tunfisch; Vermarktung vor allem als Dosen-Tunfisch, aber auch frisch und geräuchert; Hauptabsatz in Japan, USA und Europa

 

• Anmerkung: nicht verwechseln mit Unechtem Bonito (Sarda sarda)

 

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weitere Infos

Links

> Weltnaturschutzunion (IUCN)

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