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Strommix der österreichischen Energieversorger
> 16.11.2006
GLOBAL 2000 und Greenpeace präsentieren Strom-Mix der Energie-Gesellschaften



 

Die Umweltorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace präsentierten heute in Salzburg die aktuellen Zahlen zum Strom-Mix der österreichischen Stromkonzerne für das Jahr 2005.

 

Silva Herrmann, GLOBAL 2000-Antiatom-Sprecherin: "Noch immer bieten die Regelungen zur Stromkennzeichnung auf den Stromrechnungen den Konzernen große Schlupflöcher. Damit sind die Angaben der Konzerne zwar gesetzeskonform, unserer Auffassung nach aber lückenhaft und dadurch nicht wahrheitsgemäß. So ist die Stromkennzeichnung keine Entscheidungshilfe für die Wahl des Stromversorgers."

 

Besonders problematisch ist weiterhin der Nachweis der Stromherkunft mit sogenannten RECS-Zertifikaten. Denn neben dem System der österreichischen Herkunftsnachweis-Datenbank, die von vielen, wenn auch nicht allen Unternehmen genutzt wird, gibt es den Handel mit internationalen Zertifikaten:  "Es ist möglich und wird vielfach praktiziert, dass ein österreichischer Stromversorger Strom mit einem hohen Atomstromanteil, z.B. aus Temelin, billig kauft. Im nächsten Schritt werden dann Wasserkraftzertifikate aus anderen europäischen Ländern dazu gekauft. Auf der Stromrechnung kann dann schmutziger Atomstrom als Wasserkraft deklariert werden", kritisiert Erwin Mayer, Greenpeace-Energieexperte.  Bei diesem internationalen Zertifikat-Handel kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Umweltnutzen in beiden Ländern teuer verkauft wird. Nach eigenen Angaben nutzen etwa die oberösterreichische Energie AG und die Salzburg AG diesen Mechanismus.

 

Nachdem im Jahr 2004 die Tiwag den höchsten Atomstrom-Anteil aufwies, ist der neue Spitzenreiter im Ranking nach Atomstromanteil die Salzburg AG mit rund 25 Prozent, dicht gefolgt von Steweag-Steg (24 Prozent) sowie Tiwag und Kelag. Hier schlagen die umfangreichen Handelstätigkeiten und Stromzukäufe dieser Gesellschaften durch. "Die Stromkennzeichnung gibt keinen Hinweis auf die tatsächliche Geschäftspolitik der Unternehmen. Damit werden die KonsumentInnen im Unklaren gelassen, wie stark sich das jeweilige Unternehmen am internationalen Handel mit Atomstrom beteiligt und damit den Betrieb von Atomkraftwerken mitfinanziert", erklärt Herrmann.

 

Generell sind die Atomstromanteile im Osten Österreichs deutlich geringer als im Alpenraum, bei der EVN ist er sogar auf Null Prozent gesunken. Aber: EVN und Wienenergie sind mit 61 bzw. 76 Prozent Spitzenreiter bei der Nutzung fossiler Energien. Unter den großen Stromkonzernen war nur die burgenländische BEWAG völlig atom- und fossilstromfrei. Unter den kleineren Stromanbietern sind die oekostrom AG und die Alpen Adria vollkommen frei von Strom aus Kohle und Atomkraft.Die Zahlen der beiden Umweltorganisationen stützen sich auf Geschäftsberichte, telefonische Nachfragen und eigene Berechnungen.



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Zusätzlich verwirren die Stromkonzerne die Verbraucher mit der intensiven Werbung für virtuelle Stromprodukte: "Hier stimmen wir der E-Control in ihrer Kritik zu und hoffen auf eine baldige Umsetzung verbindlicher Regeln, damit irreführende Werbung unterlassen wird. Denn bei der Ausweisung von kundenspezifischen Stromprodukten wird nur rein rechnerisch dem Haushaltskunden sauberer Strom geliefert, häufig zu einem höheren Preis. Damit erhöht sich rechnerisch der Anteil von schmutzigem Strom im  Rest, dieser Strom wird unter anderem der Industrie und dem Staat verkauft. Diesen ist der Atomstromanteil ziemlich egal und damit kann der Atomstromanteil versteckt werden", betont Mayer.

 

GLOBAL 2000 und Greenpeace fordern Bundesregierung und E-Control auf, endlich die Lücken in der Stromkennzeichnung zu schließen und nur noch Zertifikate in Verbindung mit tatsächlichen Stromlieferungen und ausschließlich aus Ländern anzuerkennen, die bereits eine EU-konforme Stromkennzeichnung auf Basis einer nationalen Datenbank umgesetzt haben.

Links

marktcheck.at

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