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Öl im Libanon
> 19.08.2006
Öl: Säuberungen behindert

Hilfe behindert: Eine ölbedeckte Krabbe im Katastrophengebiet.

Hilfe behindert: Eine ölbedeckte Krabbe im Katastrophengebiet.

Militärs erschweren Säuberungsaktion

 

Die durch Bombardements im libanesisch-israelischen Konflikt ausgelöste Ölpest bedroht noch immer die Mittelmeerküste. Rund 150 Kilometer Strand im Libanon aber auch in Syrien sind mittlerweile verseucht. Der Ölteppich im Mittelmeer ist auf mehrere hundert Quadratkilomter angewachsen. Zwar haben UNO und EU jetzt mit Nachdruck Säuberungsmaßnahmen zugesagt, doch noch behindern israelische Militärs den Zugang zum betroffenen Gebiet.

 

Die Seeblockade hindert bis jetzt Schiffe am Auslaufen, die den Ölteppich auf dem Meer eindämmen könnten. Durch den Ölteppich bleiben weiterhin die Strände Zyperns und der Türkei bedroht –nur günstige Windverhältnisse haben das Öl bis dato von deren Küsten ferngehalten. Lediglich an den Stränden im Libanon und Syrien sind seit Inkrafttreten des Waffenstillstands erste Säuberungsaktionen möglich.

 

Die Ölpest, die durch Bombardements einer libanesischen Rafiinierie ausgelöst wurde ist eine akute Bedrohung des schon schwer geschädigten Lebensraums Mittelmeer. Bis zu 30000 Tonnen Rohöl sind aus den Tanks ausgeflossen und ins Mittelmeer gelangt. Schadstoffe aus dem Öl gelangen so in die Nahrungskette, die UNO spricht bereits von einer erhöhten Krebsgefahr für den Menschen.

 

Unmittelbar von der Ölverseuchung betroffen sind derzeit die Schildkrötenbrutplätze vor der Nordküste des Libanon, wie das Schutzgebiet "Palm Islands". Dort nistet die vom Aussterben bedrohte Grüne Meeresschildkröte. An der türkischen Küste könnten demnächst weitere Arten wie Mönchsrobben und Karettschildkröten gefährdet werden.

 

Folgen unabsehbar

 

Die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen auf lange Sicht sind derzeit schwer einschätzbar, Greenpeace erwartet jedoch eine Verschlimmerung der ökologischen Situation des ohnehin schon von Überfischung und Schadstoffen strapazierten Mittelmeeres. "Die Ölpest wird sicher zu einer langfristigen Schädigung führen. Das Mittelmeer ist als nahezu abgeschlossenes Meer besonders gefährdet. Es gibt, die Straße von Gibraltar ausgenommen, keinen Wasseraustausch mit den Ozeanen. Dadurch erholt es sich viel langsamer von Umweltkatastrophen", so Bernhard Obermayr von Greenpeace.

 

Für den Libanon ist der Konflikt gleich eine mehrfache Tragödie. Erst die Kriegsschäden, und nun kommen noch die enormen Schäden für den Tourismus und beispielsweise die Fischerei des Landes hinzu. In Sachen Tourismus droht der Osttürkei im schlimmsten Falle Ähnliches.

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