> 27.11.2006
Die 'Internationale Kommission für die Erhaltung der Tunfischbestände im Atlantik' (ICCAT) hat heute über das Schicksal des Roten Tunfisch im Mittelmeer abgestimmt:
Die ICCAT folgte dem Vorschlag der EU und entschied somit gegen weitgehende Maßnahmen, die für eine Erholung des Tunfischbestände im Mittelmeer erforderlich gewesen wären.
Für kaum eine Fischerei ist die dramatische Lage wissenschaftlich so belegt wie für den Roten Tun im Ostatlantik und im Mittelmeer. Trotzdem lässt sich die EU eher von der Tunfischindustrie unter Druck setzen, als dem Rat der Wissenschaftler zu folgen. In den letzten drei entscheidenden Konferenztagen demonstrierte Greenpeace mit der 'Rainbow Warrior' direkt vor dem an der Küste gelegenen Konferenzhotel, um die Delegierten daran zu erinnern, dass die teuerste Fischart der Region kurz vor dem Kollaps steht.
"Die Tunfisch-Industrie im Mittelmeer möchte weiterhin ihr dickes Geschäft mit dem Tunfisch machen - so als wäre nichts passiert. Die EU hat in der ICCAT all jenen den Weg geebnet, die für die kommerzielle Ausrottung des Tunfisches verantwortlich sind", kommentiert Antje Helms, Meeresbiologin bei Greenpeace.
Das beschlossene Maßnahmenpaket der Konferenz sieht vor:
- eine nur geringe Senkung der jetzigen Fangquote (29.500 Tonnen im Jahr 2007, 28.500 Tonnen in 2008, 27.500 Tonnen in 2009 und 25.500 Tonnen in 2010)
- ein saisonales Fangverbot ab 1. Juli und
- ein Mindestfanggewicht von 30 Kilogramm
Die Greenpeace-Forderungen - übereinstimmend mit den ICCAT-Wissenschaftlern - findest du hier.
Greenpeace kritisiert weiterhin, dass die EU eine 'Generalamnestie' für alle illegalen Fänge im letzten Jahr ausgesprochen und einen Untersuchungsausschuss, der die 18.000 Tonnen illegaler Fänge im letzten Jahr näher untersucht hätte, abgelehnt hat.
Die Lage des Tunfisches im Mittelmeer ist ein weiteres erschreckendes Beispiel für das Versagen der Regierungen in den Regionalen Fischerei-Organisationen, die in keiner Weise ein nachhaltiges Management unserer Fischbestände gewährleisten. Nun liegt es in den Händen des Handels, ihre Märkte für gefährdete Fischarten zu schließen. |