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Negative Zukunft für Fisch
> 22.12.2006
EU-Entscheid gegen Empfehlung von Greenpeace

Fischerboot

Bald ausgefischt?

Auch künftig muss der Kabeljau (Dorsch) zusammen mit vielen anderen gefährdeten Fischarten in europäischen Gewässern um seine Existenz bangen. Denn der EU-Fischereiministerrat beschloss am Donnerstagmorgen die Fangquoten für das kommende Jahr. Zwar gibt es Kürzungen, doch diese sind minimal und sogar noch geringer als von der EU-Kommision gefordert.

 

Nur mit der sofortigen Einrichtung großflächiger Schutzgebiete, in denen nicht gefischt werden darf, lassen sich die Fischbestände und die künftige Fischerei schützen, erklärt Thilo Maack, Meeresexperte bei Greenpeace. Doch für diese umfassende Aufgabe taugt der EU-Fischereirat nicht, das müsste im Umweltministerrat durchgesetzt werden.

 

Dieser hatte allerdings schon am Montag getagt. Hier zeigt sich das wesentliche Problem: Die EU ist momentan überhaupt nicht fähig, die Meere ausreichend zu schützen, kritisiert Maack. Nötig ist eine einzige Instanz, die in allen Meeresbelangen entscheidet.

 

Kein Fisch = keine Fischerei

Nicht zum ersten Mal haben FischereiministerInnen die wissenschaftlichen Empfehlungen ignoriert und viel zu hohe Fangquoten beschlossen. Besonders für den Kabeljau sieht es finster aus. Dazu Maack: Zwar wehren sich vor allem die Fischereiverbände und die großen Fischfang-Länder der EU gegen Fangbeschränkungen, doch sie werden erst recht in die Krise geraten, wenn die Bestände weiter rücksichtslos ausgebeutet werden.

 

Die herannahende Katastrophe ist absehbar und die Fischerei Kanadas erlebte diese bereits vor einigen Jahren. Dort wurden die Fanggebiete maßlos überfischt und ausgebeutet. Die Folge: Etliche FischerInnen verloren ihre Arbeit.

 

Auch die Äußerung des ehemaligen EU-Kommissars Franz Fischler vor vier Jahren beweist, dass der Ernst der Lage schon längst bekannt ist: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wenn es uns ernst damit ist, die Zukunft des europäischen Fischereisektors zu sichern, müssen wir die Fangmengen deutlich reduzieren. Doch seither hat sich kaum etwas getan.

 

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© Greenpeace