Unmittelbar nach Bekanntgabe dieser Verunreinigungsfälle fielen die Terminpreise für Reis um 150 Millionen US-Dollar, was den seit Jahren stärksten Rückgang innerhalb eines Tages bedeutet. Die Reispreise lagen fast 65 Prozent unter dem gemäß Preisentwicklung geschätzten Niveau vor Ausbruch des LL-601-Reis-Skandals.
Die US-Reisindustrie leidet stark unter der Last von eingebrochenen Märkten, Auftragsstornierungen, Importverboten und -beschränkungen, dramatischen Preis- und Exportrückgängen sowie Laboruntersuchungs- und Verwaltungskosten.
Prognosen zufolge werden die US-Reisexporte im Zeitraum 2006/2007 um 16 Prozent zurückgehen. Im Jahr 2005 beliefen sich die US-Reisexporte in die EU auf einen Gesamtwert von 86,5 Millionen US-Dollar und jene nach Japan auf 160 Millionen US-Dollar. Nun befürchtet die US-Wirtschaft, beide Märkte zu verlieren.
Das thailändische Handelministerium erarbeitet bereits Pläne für die aggressive Bewerbung von gentechnikfreiem Thai-Reis mit dem Ziel, die Exporte in die EU um 5-10 Prozent zu steigern. Mitte November 2006 unterzeichneten die thailändische Vereinigung der Reisexporteure und die vietnamesische Nahrungsmittel-Vereinigung ein Abkommen zur gentechnikfreien Produktion von Reis. Thailand and Vietnam sind die weltgrößten Reis-Exportländer; sie produzieren fast die Hälfte des weltweit für den Export bestimmten Reises.
In Großbritannien wurden Lebensmittelhändler aufgefordert, sämtliche potenziell verunreinigten Reisprodukte aus ihrem Sortiment zu verbannen. Der Konzern Ebro Puleva, der 30 Prozent am EU-Reismarkt hält, stellte den Import von US-Reis ein. 41 große Reisunternehmen stellten anhand von Erklärungen an Greenpeace mit eigenen Worten klar, dass die Reisindustrie den Einsatz von Gentechnik ablehnt. Diese Erklärungen erreichten Greenpeace aus ganz Asien, Europa, Australien sowie Nord- und Südamerika. |