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Bisherige Bedrohungen der Wälder
Bedrohungen der Wälder 1970 – 2000

Brennender Urwald im Amazonas

In den 70er Jahren bestand die größte Bedrohung der tropischen Urwälder in Großprojekten wie Staudämmen und Erzminen. Dazu kamen die von den Regierungen in Brasilien und Indonesien eingeleiteten Massenumsiedlungen von landlosen Bürgern aus dicht bewohnten Gebieten in neue Regionen, in denen der Urwald weichen musste.



In den 80er Jahren kamen Rodungen für Papierfabriken und Plantagen für rasch wachsende Eukalyptuswälder dazu.
Auch die immer intensivere Suche nach wertvollen Hölzern wie Teak oder Mahagoni begann sichtbar an den Wäldern zu nagen. Diese Baumarten standen plötzlich auf der Liste der bedrohten Arten. Zugleich wurde der Wald stark zersiedelt. Die für die gewinnträchtige Holzbringung gebauten Strassen ermöglichten das Einströmen von landlosen Umsiedlern. In der Folge brannten diese Menschen das ab, was nach den Holzfällern noch übrig geblieben war.


 
Von den Strassen und vom Rand her fraßen sich Rodungen für Viehweiden in den Wald. Vor allem die Rinderzucht begann zu boomen. Das Fleisch war vor allem für den Internationalen Markt gedacht, der  Export wurde aber durch Kampagnen gegen Großabnehmer im Westen zunehmend schwieriger.



Mit Ende der 90er Jahre ging der größere Teil der Waldvernichtung bereits zu Lasten der industriellen Landwirtschaft, die ihre Soja-Anbauflächen immer weiter in Regenwaldgebiete vorantrieb. Dort wächst nicht etwa Nahrung für die Hungernden, dort wird Futter für die Massentierhaltung in den USA und in Europa angebaut.

Urwaldvernichtung für die Massentierhaltung der Industrieländer


Im brasilianischen Amazonasgebiet wurden alleine in den Jahren 2004 und
2005 mehr als 1,2 Millionen Hektar Sojabohnen gepflanzt. Ca. 35 Mio. Tonnen Soja wurden nach Europa verfrachtet. Mehr als 600.000 Tonnen davon landen in Österreich, um hier in der Tierhaltung verfüttert zu werden. Für den kurzen Genuss eines "billiges Schnitzels" wird 7000 km entfernt der artenreichste tropische Regenwald unwiederbringlich zerstört.



Soja gehört heute zu den wichtigsten Exportgütern Brasiliens. Eine Trendumkehr ist nicht zu erkennen, die Nachfrage und damit der Preis am Weltmarkt steigen ungebrochen. Trotzdem geben kleine Etappenerfolge Anlass zur Hoffnung auf eine Trendumkehr. Ein prominentes Beispiel: "Mc Victory", der Umstieg von McDonald’s auf Soja, für das keine Urwaldflächen im Amazonas gerodet wurden.

Reduktion der Futtermittelimporte ist notwendig


Langfristig kann aber nur eine Reduktion der Futtermittelimporte in den Verbraucherländern eine Entlastung schaffen. Eine solche Trendwende setzt allerdings einen Rückgang des ohnehin viel zu hohen Fleischkonsums in den USA und Europa voraus. Eine Ernährung mit weniger Fleisch und tierischen Produkten würde nicht nur Urwälder bewahren, sondern auch die persönliche Gesundheit fördern. Mehr Infos über nachhaltige Lebensstile findest du auf www.einefueralle.at

 

Daneben führt auch der hohe Verbrauch an Holz- und Papierprodukten weiter zur Vernichtung von Urwäldern. Wer Holzprodukte aus umweltgerechter und sozial verträglicher Waldbewirtschaftung sucht, sollte zu Produkten mit unabhängigen Zertifizierungen wie dem FSC-Gütesiegel (Forest Stewardship Council) greifen.

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