Reines Chlor, ein stechend riechendes, giftiges, gelbgrünes Gas, kommt in der Natur nicht vor. Es findet sich fast ausschließlich in Form gelöster Salze im Meerwasser oder in fester Form in den durch Verdunsten von Meeren entstandenen Salzlagerstätten. Dort ist es hauptsächlich mit Natrium als Steinsalz gebunden - das Salz, das wir zum Kochen und Konservieren verwenden. Steinsalz (Halit) ist der Rohstoff für die Herstellung fast aller Natrium- und Chlorverbindungen. Allein der deutsche Chemie-Riese Bayer AG benötigt pro Jahr rund eine Million Tonnen Salz, das mit Hilfe von Elektrizität in seine Grundstoffe Chlor und Natrium aufgespalten wird.
Da heute ganze Produktsparten von Chlor abhängig sind, gehören solche Anlagen zu den wichtigsten Rohstoff-Fabriken der Chemieindustrie. So entfällt z.B. 25 % des Stromverbrauchs der deutschen Chemieindustrie auf diese sogenannten Chlor-Alkali-Elektrolysen-Anlagen. Das Natrium reagiert bei dem Verfahren weiter zu Natronlauge und Wasserstoff, das Chlor wird zu über 90 % zur Chlorierung von Kohlenwasserstoffen verwendet. |