> 29.04.2009
Ein von Greenpeace-Experten durchgeführter Lokalaugenschein an der Raab gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Boxmark Feldbach wird die aufwändige Erweiterung der Kläranlage im Juli in Betrieb nehmen, und die neue Führung der Firma Wollsdorf-Leder hat glaubwürdig versichert, die dringend notwendigen Maßnahmen umzusetzen.
Im Juli wird Boxmark Feldbach nach erfolgreicher Inbetriebnahme der zwei Millionen teuren Kläranlagen-Erweiterung damit einen neuen Maßstab für die Reinigung von Gerbereiabwässern setzen. Das Werk, vor zwei Jahren noch der größte einzelne Raabschaum-Verursacher, wird dann keinen relevanten Beitrag zur Schaumbildung mehr leisten. Dafür werden die beiden Hauptkomponenten der neuen Anlage sorgen: eine neue Flotation sowie der größte Aktivkohlefilter Österreichs.
Etwas anders sieht die Situation beim Jennersdorfer Boxmark-Werk aus. Da dort aufgrund der Wirtschaftskrise sehr wenig produziert wird, beabsichtigt Boxmark die dortige Kläranlagenerweiterung etwas aufzuschieben. Konkret sichert Boxmark weiterhin zu, mit dem Bau zu beginnen wenn die Auftragsbücher wieder gefüllt sind, spätestens jedoch Anfang 2011. Alle derzeitigen Emissionen liegen deutlich unter den gültigen Grenzwerten und daher ist Jennersdorf derzeit für Greenpeace kein Sorgenkind.
Seitens der Firma Wollsdorf-Leder wurde die Zusage vom letzten Oktober, die Emissionen der Risiko-Chemikalie Naphthalin-1,5-Disulphonat um 90 Prozent zu reduzieren, eingehalten. Dies hat eine unabhängige Greenpeace-Analyse bestätigt. Allerdings ist es beim Unternehmen während der Wintermonate erneut zu ernsthaften Grenzwertüberschreitungen bei Ammonium gekommen. "Nach einem Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer haben wir den Eindruck gewonnen, dass jetzt endlich auch Wollsdorf-Leder das Raab-Problem ernst nehmen wird", sagte Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Es wurde zugesagt, dass bis zum Sommer rund 400.000 Euro in drei konkrete technische Verbesserungsmaßnahmen bei der bestehenden Kläranlage investiert werden. Zusätzlich wird ein geeignetes Projekt zum Kläranlagenausbau bei der Behörde eingereicht. Im Sommer wird es ein weiteres Treffen zwischen Greenpeace und dem Wollsdorf-Chef geben. |  |  | 
 Greenpeace-Aktion in Wollsdorf im September 2008.
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 Die Aktivist/innen forderten einen sofortigen Einleitungsstopp von Risiko-Chemikalien.
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 Im April 2009 hat Wollsdorf-Leder nun glaubwürdig ein umfassendes Sanierungskonzept präsentiert.
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