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Österreich durch Klimawandel stärker hochwassergefährdet
> 23.06.2009
 


Österreich durch Klimawandel stärker hochwassergefährdet

 

Greenpeace bittet Ölindustrie, Autofirmen und Kraftwerke zur Kasse

 

  

 

   

   Wien - In einer Aussendung warnte die Umweltschutzorganisation Greenpeace heute vor einer deutlichen Zunahme von Hochwasser-Ereignissen in Österreich. Extreme Niederschläge würden Klimaprognosen zufolge an Häufigkeit und Intensität zunehmen. Und Österreich zählt seiner alpinen Lage wegen zu den Ländern, in denen die Folgen besonders spürbar werden.

 

   Aufgrund des Klimawandels und des Temperaturanstiegs werden Überschwemmungen nicht nur häufiger, sondern auch in größerer Intensität auftreten. Der Grund für diese Intensivierung ist die Eigenschaft der Luft, bei höheren Temperaturen mehr Wasserdampf zu speichern. Die Alpenregion reagiert besonders empfindlich auf diese Klimaveränderungen: In den letzten hundert Jahren wurde hier eine Niederschlagszunahme von dreißig Prozent registriert.

 

   Europa allein wurde in der vergangenen Dekade von über hundert heftigeren Überschwemmungen heimgesucht, die rund siebenhundert Todesopfer forderten, die Umsiedlung von einer halben Million Menschen notwendig machten und wirtschaftliche Verluste von mindestens fünfundzwanzig Milliarden Euro verursachten. Im August 2002 führten starke großflächige und anhaltende Niederschläge in Österreich zu einem Hochwasser katastrophalen Ausmaßes: Laut WIFO betrug der damals verursachte Gesamtschaden rund 7,5 Milliarden Euro. Die UNO schätzt rund eine Milliarde Menschen in aller Welt als "hochwassergefährdet" ein. Und bis 2050 werde die durch Klimawandel, Abholzung, Meeresspiegel-Anstieg und Bevöl-kerungsexplosion bedingte Zahl an potenziellen Opfern in Folge verheerender Flutkatastrophen auf weltweit mindestens zwei Milliarden Menschen ansteigen, warnen die Experten.

 

   Greenpeace fordert, dass die Verursacher zur Kasse gebeten werden. Denn der Klimawandel - und damit auch die Zunahme von extremen Wetterereignissen - ist auf den steten Anstieg der Treibhausgas-Emissionen zurückzuführen. "Die Mineralölfirmen, die Betreiber von Kohlekraftwerken, die Autoindustrie - sie alle tragen Schuld an den bevorstehenden Überschwem-mungen", meint Greenpeace-Klimaexperte Jurrien Westerhof. "All jene, die seit vielen Jahren verhindern dass es endlich zu einem wirksamen Klimaschutz kommt, sollen für die Folgen des Klimawandels auch bezahlen müssen", verlangt der Greenpeace-Sprecher.

 

   Greenpeace fordert also die rasche Einführung einer CO2-Steuer, mit deren Einnahmen einerseits die Katastrophenfonds aufgestockt werden und andererseits Energie sparende Maßnahmen sowie der Ausbau von Erneuerbaren Energien finanziert werden sollen. Zusätzlich muss noch Geld zur Verfügung gestellt werden, um ausreichend Platz für die Flüsse zu schaffen. "Es ist nur fair, dass diejenigen, die auf Kosten des Klimas regelmäßig Milliardengewinne einfahren, auch für die daraus resultierenden Folgen aufzukommen haben", wiederholt Greenpeacer-Sprecher Westerhof seine Forderung.