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Frankreich unterstützt Blauflossentun-Handelsverbot
> 04.02.2010
Greenpeace kritisiert Verzögerungstaktik von 18 Monaten





Heute gab Frankreich nach langem Zögern endlich seine Unterstützung für eine internationales Handelsverbot von Blauflossentun bekannt, machte allerdings ein weitreichendes Zugeständnis an die französische Fischereilobby: Der für die Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens vorliegende Antrag soll nach dem Wunsch Frankreichs erst mit 18 Monaten Verzögerung in Kraft treten. Greenpeace kritisiert diesen Vorschlag scharf, denn er würde das Ausfischen auch der letzten Blauflossentunfische im Mittelmeer in zwei weiteren Fangsaisonen erlauben.

 

Unterdessen wächst die Unterstützung für ein Blauflossentun-Handelsverbot: Erst letzte Woche hatte das Umweltkomitee des Europäischen Parlaments der EU-Kommission und den EU-Mitgliedsstaaten dringend nahe gelegt, den Blauflossentun in Anhang 1 des CITES-Abkommens aufzunehmen.

 

Überraschend war auch Italien vor Kurzem aus dem Block der sechs Mittelmeerländer ausgeschert, die bislang hartnäckig jeden Versuch boykottierten, den Blauflossentun als bedrohte Art zu listen. Italien hatte gleichzeitig verkündet, den Fang von Blauflossetun im Mittelmeer einzustellen. Zusammen mit Frankreichs Ankündigung heute gerät damit der Block der Sechs endgültig ins Wanken.

 

“Die EU-Kommission und die anderen Mittelmeerländer können sich nicht länger taub stellen”, erklärt Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms. “Italien macht vor, dass es möglich ist, mit einem Stopp der Fischerei den Mittelmeer-Blauflossentun doch noch vor der Ausrottung zu bewahren.“

 

Die nächste CITES-Konferenz findet vom 13. bis 25. März in Doha (Katar) statt. Bis dahin muss sich die EU auf gemeinsame Position festlegen. Wie die Mehrheit der EU-Länder unterstützt Österreich die Listung von Blauflossentun in der höchsten Schutzkategorie.

 

 

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