Am Samstagmorgen fand an der Skipiste des Hahnenkammrennens eine Greenpeace-Aktion zum Klimawandel statt. Die AktivistInnen spannten ein 7 Meter großes Banner mit der Aufschrift: "Ziel Klimaschutz" quer über die Zieleinfahrt der Piste. Hauke, einer der AktivistInnen, berichtet von der Aktion:
"Kitzbühel ist ein gutes Beispiel für die Folgen des Klimawandels. Ich weiß, dass der diesjährige "Sommerwinter" nicht unbedingt mit dem Klimawandel zusammenhängt, aber es zeigt deutlich, wohin die Reise geht. Wenn nicht dringend Maßnahmen ergriffen werden, wird mittelfristig nicht nur das Hahnenkammrennen den Bach hinunter gehen, sondern auch die gesamte Tourismusbranche!"
Zum Verlauf der Aktion berichtet Hauke folgendes: "Direkt an der Piste liegt das Restaurant "Zielhaus". Durch dessen Panoramafenster lassen sich bei einem Kaffee bestens die rennen beobachten. Oder die Sicherheitsvorkehrungen...Das ganze Grundstück ist mit einem zaun umgeben und wird von privaten Securities bewacht. Nur am Parkplatz des Restaurants gibt es eine Sicherheitsschleuse. Durch diese sind wir einfach durchgegangen, "getarnt" mit Autosicherheitswesten als ArbeiterInnen. Außer unseren Schuhen fanden das die Wachmänner völlig normal. Erst als wir an der Piste begannen, die Stahlständer für das banner aufzustellen, wurden die Securities aktiv. Und strategisch gut durchdacht attackierten sie bloß unseren Fotografen, und schleiften ihn gewaltsam von der Piste. Zum Glück gab es eine zweite Kamera...
Nach dem Abbauen und dem Verlassen des gelädes wurden wir von Polizeieinheiten aufgehalten, die unsere Personalien kontrolierten. nach und nach schaute anscheinend die gesamte Polizei des Bezirks vorbei...scheint da nicht so oft spannende Aktionen zu geben.
Eine Schikane der besonderen Art wartete aber noch auf uns: Unser Bus war vorne durch einen PKW und hinten durch eine GabelstaplerIn blockiert, so dass Wegfahren unmöglich war. Und ein Abschleppdienst war auch bereits verständigt. Die nebenbei stehenden Polizisten erklärten sich für: "Nicht zuständig!", was diese Nötigung angehe. Lediglich dem Abschleppwagenfahrer wurde die Sache doch zu heiß, als er mit dem Vorwurf der Nötigungkonfrontiert wurde. schließlich gab er unseren Bus wieder frei.
Parallel zu diesen erreignissen traf ein Schnee-LKW auf dem Gelände ein und zwei Hubschrauber begannen den Schnee im Minutentaktdie Piste hinauf zu fliegen. Das nutzten wir noch für die Fotos mit den Helis im Hintergrund.
Auf der Rückfahrt erreichte uns die Nachricht, dass das Rennen abgesagt sei. Besonders Erwin traf das hart, weil er sich schon das kommende Wochenende freigemacht hatte, um die Übertragung zu sehen. damit verstanden wir auch die Nervösität, die die Angestellten gezeigt hatten, denen wir begegnet waren. Diese hatten noch behauptet, das Rennen werde auf jeden Fall stattfinden, denn der obere Teil der Piste sei bereits "gesichert".
Aber anscheinend reichten nicht einmal 350.000 Euro aus, um die Folgen der Frühlingstemperaturen abzuwenden. Bleibt zu hoffen, dass dies kein Ausblick auf Erreignisse ist, die uns noch blühen, wenn nicht nur das Wetter, sondern auch das Klima endgültig verrückt spielt. |