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In Österreich
Analyse der Rohstoffe für Biodiesel

Im Frühling 2008 hat Greenpeace Diesel-Proben von Tankstellen der Firmen BP, OMV und Shell in Innsbruck, Klagenfurt und Wien auf die Rohstoffe für den biogenen Anteil untersuchen lassen.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass von allen Ölfirmen bis zu vierzig Prozent Sojaöl verwendet wird, bei Shell und OMV in Wien zusätzlich fünf Prozent Palmöl. Die Quelle dieses Palmöls ist wahrscheinlich die Beimischung von Biodiesel aus Altspeisefetten, die Verwendung von rohem Palmöl ist nicht auszuschließen. Das Sojaöl stammt allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit aus rohem Sojaöl.



Biodiesel-Rohstoffe an den Tankstellen unterschiedlicher Ölfirmen
Herkunft Biodiesel

Die wichtigsten Rohstoffquellen für Biodiesel sind:

  • Pflanzenöle (Rapsöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Palmöl)
  • Altspeisefette
  • Tierische Fette

Bei der für Herbst 2008 angepeilten Beimischung von 5,75 Prozent beträgt der Bedarf etwa 350.000 Tonnen und die benötigte Raps-Anbaufläche 350.000 ha. Die derzeitige Anbaufläche von 50.000 - 60.000 ha Raps für Energiezwecke kann nur etwa ein Sechstel der benötigten Menge liefern. Österreich muss somit sehr viel Raps importieren, meist aus den Nachbarstaaten. Der Importbedarf wird in den nächsten Jahren zunehmen. Außerdem steigt die Beimischung anderer Pflanzenöle.



Von den Pflanzenölen spielt Raps die bedeutendste Rolle.
Zunahme der Palm- und Sojaölimporte

Besonders problematisch sind die rasch zunehmenden Pflanzenölimporte. Sie stammen meist aus den Niederlanden, hier konzentriert sich wegen des Rotterdamer Hafens der Pflanzenölhandel. Ursprungsland ist aber meist Indonesien oder Malaysia bei Palmöl beziehungsweise Argentinien und Brasilien bei Sojaöl.

 

Bei Palmöl nehmen die Importe generell stark zu, bei Sojaöl geht die Zunahme vor allem auf das Konto von Roh-Sojaöl für industrielle Zwecke. Dieses Öl wird vermutlich direkt für die Erzeugung von Biodiesel verwendet.

 

Pflanzenöle werden für verschiedene Zwecke verwendet (von Lebensmittel über Kosmetik bis Biodiesel). Es ist daher aufgrund der Zahlen nicht immer möglich, zu sagen, welcher Teil für Treibstoffzwecke raffiniert und dem Biodiesel zugemischt wird. Dass die Importe rasch steigen, ist aber deutlich. Da nicht anzunehmen ist, dass eine andere als die energetische Verwertung plötzlich stark an Bedeutung gewonnen hat, kann man annehmen, dass der Importanstieg durch den vermehrten Einsatz von Biotreibstoffen verursacht wird.

 

Wichtig sind auch die Verschiebungen innerhalb des Pflanzenölmarktes - Rapsöl wird vermehrt für Biodiesel verwendet, wonach die entstandene Lücke zum Beispiel mit Palmöl gefüllt wird. Wichtig dabei ist, dass Palmöl in Vergleich zu anderen Pflanzenölen relativ billig und somit ein attraktiver Ersatz für das teurere Raps- und Sojaöl ist.



Zunahme österreichische Palm- und Sojaölimporte seit 2003
Auswirkungen des Anstiegs der Palm- und Sojaölimporte

Palmöl

 

Für die österreichischen Palmölimporte werden circa 8.000 ha Palmölplantagen benötigt. Bei der Errichtung wurden schätzungsweise acht Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. Österreichs Palmölimporte haben alleine in den vergangenen vier Jahren um mehr als 25.000 t zugenommen. Das bedeutet, dass die Fläche Palmölplantagen nur für dieses Wachstum um etwa 6.000 ha zugenommen hat. Rechnet man diese Flächenzunahme um in CO2-Emissionen, dann kommt man auf eine Zahl von sechs Mio. Tonnen, oder eineinhalb Mio. Tonnen pro Jahr. Dazu kommen noch schätzungsweise 135.000 Tonnen pro Jahr an Emissionen aus den sich zersetzenden Torfböden auf jener Fläche, die für Österreichs Palmölbedarf zu Verfügung steht.

 

Wichtig: Nur wenig Palmöl wird in Biodiesel umgewandelt, hauptsächlich wird Raps und Soja verwendet. Die Palmölimporte kompensieren die gestiegene Gesamtnachfrage als Folge der Biodiesel-Beimischung.

 

Soja

 

Rechnet man die Zunahme der österreichischen Sojaöl-Importe der vergangenen fünf Jahre in Anbaufläche um, dann kommt man auf eine Produktionsfläche von 70.000 ha Sojafelder. Die Abholzung des Urwaldes und/oder der Savanne für diese Fläche verursacht CO2-Emissionen von 35 Mio. Tonnen. Auf eine ähnliche Zahl kommt man über die Analyse der Biotreibstoffe von BP, OMV und Shell. Die Gesamtmenge Sojaöl für die drei größten Ölfirmen beträgt rund 38.000 Tonnen, wofür knappe 80.000 Hektar benötigt werden und CO2-Emissionen in der Größenordnung von vierzig Millionen Tonnen verursacht wurden.

 

Der Unterschied zwischen den Sojaöl-Importzahlen und den hochgerechneten Zahlen aus den Dieselanalysen sind wahrscheinlich dadurch zu erklären, dass Biodiesel auch direkt importiert wird, und manche Tankstellen in Österreich aus dem benachbarten Ausland beliefert werden.



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