> 26.06.2010
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 Gegen 11 Uhr lässt BP die AktivistInnen durch die Polizei räumen.
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 Angesichts der Erfahrungen mit der Exxon-Valdez-Katastrophe im Jahr 1989, steht Greenpeace Zusagen von Ölkonzernen sehr skeptisch gegenüber.
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Mit dem Slogan "BP – NEIN TANKE" protestierten zwanzig Greenpeace-AktivistInnen bei der BP-Tankstelle am Schwedenplatz in Wien, um auf den unverantwortlichen Umgang mit der Ölpest im Golf von Mexiko aufmerksam zu machen. Zudem startet Greenpeace einen Aufruf an alle AutofahrerInnen, nicht mehr bei BP zu tanken – so lange:
- das Ölloch nicht abgedichtet ist,
- die von der US-Regierung geforderten zwanzig Milliarden Dollar nicht auf ein Treuhandkonto überwiesen und
- die Tiefsee-Ölbohrungen nicht gestoppt sind.
Vor Ort wurden PassantInnen und AutofahrerInnen mittels Flugblättern informiert und zum Konsumverzicht bei BP aufgerufen. Gegen 11 Uhr ließ BP die AktivistInnen räumen und die friedliche Demonstration durch die Polizei auflösen.
Online-Protest
Ihren Unmut können Sie auch über unseren Online-Protest kundtun. Schicken Sie ein Protestmail an Manfred Killian, Chef von BP-Österreich!
BP-Konzernchef Tony Hayward hat vor kurzem angekündigt, die Kosten für die entstandenen Schäden zu übernehmen. "Angesichts der Erfahrungen mit der Exxon-Valdez-Katastrophe im Jahr 1989, stehen wir Zusagen von Ölkonzernen höchstgradig skeptisch gegenüber", führt Jurrien Westerhof, Energiesprecher von Greenpeace, aus. Damals hatte Esso versichert, alle Schäden zu bezahlen. Von rund fünf Milliarden Dollar Strafzahlung blieben nach zwanzig Prozessjahren nur noch eine Milliarde Dollar übrig.
Zwanzig Milliarden Dollar auf Treuhandkonto
Nun fordert Greenpeace, dass BP den Wahrheitsbeweis antritt und als erste Sofortmaßnahme die von der US-Regierung geforderten zwanzig Milliarden Dollar auf ein Treuhandkonto einzahlt. Von diesem Konto sollen die bis jetzt absehbaren Kosten, etwa für die Küstenreinigung oder für die Entschädigung der Fischer, übernommen werden. "Um BP zum Handeln zu bewegen, ist es notwendig, dass die KonsumentInnen ein klares Zeichen an den Ölkonzern senden, indem sie anderen Produkten den Vorzug geben und ihren Sprit nicht bei einem Unternehmen beziehen, das die größte Ölpest aller Zeiten verursacht hat", appelliert Westerhof.
Weiters fordert Greenpeace BP auf, das Leck sofort abzudichten und alle Tiefsee-Ölbohrungen umgehend zu stoppen. Denn mit dem Schwinden der leicht zu fördernden Vorräte muss die Ölindustrie immer öfter Quellen in der Tiefsee, im Polarmeer oder im Teersand anzapfen, die nur unter schwierigsten Bedingungen und gewaltigen Kosten erschließbar sind. "Was jetzt im Golf von Mexiko passiert, sollte BP und der gesamten Öl-Lobby eine Lehre sein. Das Erdöl wird uns bald ausgehen und die Förderung der letzten Öltropfen ist das damit verbundene Risiko nicht wert", argumentiert Westerhof.
BP - NEIN TANKE! bis Forderungen erfüllt sind
Nach wie vor laufen Tag für Tag Millionen Liter Erdöl aus dem Bohrloch der zerstörten Ölplattform „Deepwater Horizon“ ins Meer, ein Ende ist nicht in Sicht. Bis die Forderungen erfüllt sind, ruft Greenpeace die AutofahrerInnen dazu auf, ihre Tanks nicht länger bei einem Unternehmen zu befüllen, das diese Katastrophe verursacht hat. "Wer so eine Umweltverschmutzung zu verantworten hat, darf sich nicht wundern, dass die Kunden wegbleiben. Daher: BP – NEIN TANKE!", ruft Westerhof auf. |