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Fangmethoden
Übersicht um die wichtigsten Fischereitechniken und ihre Folgen




Die Ozeane sind leergefischt. Obwohl zahlreiche Fischbestände bereits vor dem Zusammenbruch stehen, durchkämmen hochtechnisierte Industriefangflotten weiterhin die Weltmeere. Mit immer effektiveren Fangmethoden werden die letzten Speisefische eingesammelt. Doch die angewandten Techniken sind oftmals unselektiv und fordern einen hohen Tribut: Viele Millionen Tonnen Meereslebewesen gehen jährlich als ungenutzter Beifang tot oder sterbend wieder über Bord. Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass zusätzlich zu den jährlich 90 Millionen Tonnen vermarktbarem Fisch mehrere Millionen Tonnen Beifang in den Netzen landen - darunter Jungfische, Wale, Delfine, Seevögel und Haie. 

 

Doch nicht nur die massenhafte Verschwendung von Leben macht viele der heutigen Fischereimethoden so zerstörerisch, auch die direkte Zerstörung der Meeresumwelt: So werden Jahrtausende alte Tiefsee-Korallenriffe und Lebensgemeinschaften am Meeresboden durch Grundschleppnetze in Sekunden untergepflügt und zerstört.

 

Doch es geht auch anders: Eine selektive Fischerei - ohne hohe Mengen an ungewollten Beifang- ist möglich, zudem mit einem ökonomischen Gewinn auch für die Länder, denen die Gewässer gehören. Dies belegt die Pole & Line Fischerei auf den Malediven.


Die Fischerei mit Grundschleppnetzen gehört zu den zerstörerischten Fangmethoden, die heute im Einsatz sind. Besonders empfindlich reagieren Ökosysteme in der Tiefsee auf das Umpflügen am Meeresboden.
Der schädliche Einfluss der z.B. in der Nordsee angewendeten Baumkurrenfischerei ist enorm: pro Kilogramm Seezunge werden 10 kg Meerestiere getötet, für jedes Kilogramm Shrimps sogar 15 kg.
Das "Trawlen" ist die mesitverwendete Fangmethode der Hochseefischerei zum Befischen der Freiwasserzone nach Schwarmfischen, wie Heringen, Makrelen oder Seebarsch. Beim Trawling mit zwei Schiffen im Ärmelkanal werden viele Delfine getötet.
Die verbreiteste Fangmethode für Dosentunfisch bedroht mit dem zunehmenden Einsatz von 'Fischsammlern' das Überleben empfindlicher Arten, da große Mengen Beifang - darunter viel Jungfisch - in den Netzen landen.
Die Fischerei mit Rute & Leine (engl. "Pole & Line") ist eine der selektivsten und daher umweltverträglichsten Methoden für den Fang von Skipjack-Tunfisch.
In der industrielle Fischerei werden Langleinen von über 100 Kilometern Länge ausgebracht. Langleinen-Flotten legen weltweit 4 Millionen Haken täglich zum Tunfischfang aus. Zu den Opfern zählen Haie, Seevögel und Schildkröten.
Weil Millionen Delfine oder Schildkröten in Treibnetzen getötet wurden, wurde diese Fischereimethode 1992 von den Vereinten Nationen weltweit geächtet. Dennoch sind unzählige Treibnetze illegal, vor allem im Mittelmeer, im Einsatz.
Das Problem der Stellnetzfischerei ist der hohe Beifang an Kleinwalen, die sich in den Netzen verfangen und ertrinken. Allein in Nord- und Ostsee sterben jährlich 10.000 Schweinswale in Grundstellnetzen.
Ähnlich der Baumkurre besteht eine Dredge aus einem stabilen Stahlrahmen, der über den Meeresboden gezogen wird. Mit Dredgen werden Muscheln und Krabben geerntet.
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