Die Ozeane sind leergefischt. Obwohl zahlreiche Fischbestände bereits vor dem Zusammenbruch stehen, durchkämmen hochtechnisierte Industriefangflotten weiterhin die Weltmeere. Mit immer effektiveren Fangmethoden werden die letzten Speisefische eingesammelt. Doch die angewandten Techniken sind oftmals unselektiv und fordern einen hohen Tribut: Viele Millionen Tonnen Meereslebewesen gehen jährlich als ungenutzter Beifang tot oder sterbend wieder über Bord. Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass zusätzlich zu den jährlich 90 Millionen Tonnen vermarktbarem Fisch mehrere Millionen Tonnen Beifang in den Netzen landen - darunter Jungfische, Wale, Delfine, Seevögel und Haie.
Doch nicht nur die massenhafte Verschwendung von Leben macht viele der heutigen Fischereimethoden so zerstörerisch, auch die direkte Zerstörung der Meeresumwelt: So werden Jahrtausende alte Tiefsee-Korallenriffe und Lebensgemeinschaften am Meeresboden durch Grundschleppnetze in Sekunden untergepflügt und zerstört.
Doch es geht auch anders: Eine selektive Fischerei - ohne hohe Mengen an ungewollten Beifang- ist möglich, zudem mit einem ökonomischen Gewinn auch für die Länder, denen die Gewässer gehören. Dies belegt die Pole & Line Fischerei auf den Malediven.
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