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 Bei der grünen Gentechnik werden Pflanzen auf bestimmte Eigenschaften hin genetisch manipuliert und später in der Landwirtschaft eingesetzt.
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Wenn von Gentechnik gesprochen wird, werden oft verschiedene Bereiche in einen Topf geworfen, die so nichts miteinander zu tun haben.
GVOs kommen heute in drei Anwendungsbereichen zum Einsatz. Das ist die "Rote", die "Weiße" und die "Grüne" Gentechnik:
- Rot: Gentechnik, die in der Medizin zum Einsatz kommt.
- Weiß: Herstellung von Präparaten wie beispielsweise Vitamin C mittels GVOs im geschlossenen System.
Beide stellen für die Umwelt keine unmittelbare Gefahr dar, weil es dabei nicht zu einer Freisetzung in die Natur kommt.
Die "grüne Gentechnik" hingegen schon! Hier werden Pflanzen auf bestimmte Eigenschaften hin genetisch manipuliert und später in der Landwirtschaft eingesetzt. Kommt es zu einer ungewollten Freisetzung in die Natur ist der Schaden nicht oder nur schwer wieder zu beheben und die Folgen für Mensch und Natur können katastrophal sein. Einige Anzeichen dafür gibt es bereits. Deshalb kämpft Greenpeace hartnäckig gegen den Einsatz von GVOs in der Landwirtschaft in Österreich und weltweit!
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 Die wichtigsten GV-Pflanzen sind Soja, Baumwolle Mais und Raps.
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Die Riesen-Gen-Tomate gibt es nicht! Es gibt sehr wohl eine Gen-Tomate mit besonders fester Haut, allerdings machen solche Experimente nur einen kleinen Teil der künstlichen Pflanzen-Konstrukte im Portfolio von Biotech-Firmen aus. Meist wird ein Protein in der DNA einer Pflanze so verändert, dass sie entweder gegen ein bestimmtest Herbizid resistent ist oder aber selber ein bestimmtes Gift gegen Schädlinge produziert (Bt-Pflanzen).
Bei ersteren kann der Landwirt das gesamte Feld mit einem bestimmten Herbizid besprühen, alle Unkräuter sterben ab, nur die resistente Pflanze bleibt stehen. Bt-Pflanzen produzieren selbst und permanent ein Gift gegen Schädlinge.
Die wichtigsten GV-Pflanzen sind Soja, Baumwolle, Mais und Raps. In den kommenden Jahren wird Reis zu einem großen Thema werden. In Europa wartet auch eine Kartoffel auf Zulassung.
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 Ohne Langzeitstudien wird Gentechnik in der Landwirtschaft zu einem freien Feldversuch an der Bevölkerung.
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Gelangen GVOs in die Natur, stellen sie eine ernste Gefahr für das biologische Gleichgewicht dar. Bt-Pflanzen zum Beispiel, töten nicht nur Schädlinge, sondern auch nützliche Organismen wie Schmetterlinge und andere Insekten. Ironischerweise tötet das Gift somit auch die potenziellen, natürliche Feinde der Schädlinge.
Auf Feldern mit Herbizid resistenten Pflanzen kommt es zu intensivem Einsatz des entsprechenden Herbizids (=Unkrautvernichtungsmittel). In den USA und Argentinien hat diese Praxis dazu geführt, dass Unkräuter Resistenzen entwickelten. Die fast zwingende Folge ist ein steigender Einsatz von Herbiziden.
Darüber hinaus besteht im Besonderen bei Raps die Gefahr, dass er sich über Pollenflug in die Natur auskreuzt und Superunkräuter ausbildet. Welche Folgen das für die Biodiversität hat, kann heute noch niemand abschätzen.
Langzeitstudien über die Auswirkungen von gentechnisch veränderter Nahrung auf die Gesundheit von Menschen und Tieren fehlen. Während Pestizide vor einer Marktzulassung in Europa mindestens zwei Jahre getestet werden müssen, werden GVOs, die selbst ein Pestizid produzieren, nur maximal 90 Tage getestet. Ohne Langzeitstudien wird Gentechnik in der Landwirtschaft zu einem freien Feldversuch an der Bevölkerung.
In mehreren Studien wurde eine Beeinträchtigung der Gesundheit von Tieren bereits nachgewiesen.
Nach wie vor ungeklärt ist das Problem der Koexistenz von gentechnisch verändertem und konventionellem bzw. biologischem Anbau und die daraus resultierende Frage der Haftung für einen eventuell auftretenden Schaden. Eine mit GVOs kontaminierte Ernte erzielt einen geringeren Preis als eine konventionelle oder gar biologische. In Brasilien kam es 2007 bei konventioneller Soja zu einer Gen-Kontamination von bis zu neun Prozent - eine Ausgleichszahlung erhielten die betroffenen Landwirte allerdings nicht. Somit stellt Gentechnik eine ernsthafte Bedrohung der konventionellen und biologischen Landiwrtschaft dar.
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 Monsanto ist im Besitz von 90 Prozent aller GVOs für die Landwirtschaft.
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Interesse an GVOs in der Landwirtschaft haben vor allem die Hersteller von Saatgut. Fast alle GV-Pflanzen gehören weltweit nur vier Firmen. Das sind Monsanto (USA), Syngenta (CH), Bayer (DE) und DuPont/Pioneer (USA), wobei Monsanto im Besitz von 90 Prozent aller GVOs für die Landwirtschaft ist.
Ginge es nach ihnen, hätten wir heute auf jedem Feld Gentechnik-Pflanzen. Denn sie verdienen nicht nur am Verkauf von Saatgut, sondern auch an der Vergabe von Lizenzen, die sie auf ihre patentgeschützten Pflanzen-Konstrukte an Landwirte vergeben. Über die Lizenzen werden die Landwirte dazu verpflichtet zusätzlich das zum Saatgut gehörende Spritzmittel zu erwerben. Für Monsanto & Co geht die Rechnung auf: sie verdienen gleich doppelt. So versuchen sie den Milliarden schweren Agrar-Markt zu erobern und ihn, ganz nebenbei, über Lizenzen unter Kontrolle zu halten. Am Ende bestimmen sie, wer welches Saatgut anbauen darf. Denn ist das Feld eines Bauern erst einmal durch GVOs kontaminiert, kann er es für die konventionelle oder gar biologische Landwirtschaft nicht mehr nutzen. Darüber hinaus verbietet die Lizenz den Bauern aus ihrer Ernte das Saatgut für das nächste Jahr zu gewinnen. So werden sie gezwungen wieder beim Hersteller einzukaufen. Monsanto verklagt jedes Jahr auf Basis seines Patentrechtes mehrere Hundert US-Bauern und erwirtschaftet so zusätzlich geschätzte 180 Mio. Dollar pro Jahr.
Mit falschen Versprechen bewerben Monsanto &Co die Vorteile ihrer Pflanzen. Gentechnik sei durch höhere Erträge eine Lösung für den Welthunger. Oder durch GVOs könne der Einsatz von Pestiziden verringert werden, womit man einen Beitrag zum Umweltschutz leiste. Gentechnik habe keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier. Gentechnik sei also sicher und vor Markteinführung selbstverständlich ausreichend getestet worden.
Eine Tatsache verschweigen sie dabei allerdings gerne: die Annahme, ein Gen sei für genau eine Funktion in einem Lebewesen bestimmt, ist längst widerlegt. Verändert man also ein Gen, können sich mehrere Eigenschaften der Pflanze ändern. Das macht die Gentechnik zu einer unkalkulierbaren Wissenschaft mit oft unerwarteten Folgen. Hier nur ein paar wenige Beispiele:
- Ratten zeigen nach dem Verzehr von Gentech-Mais MON863 Symptome für eine Schädigung von Leber und Niere
- Gentech-Raps kreuzt mit Wildpflanzen aus und bildet "Superunkräuter"
- Gentech-Bt-Mais tötet Schmetterlinge und Raupen
- Gentechnisch veränderte Erbsen haben eine Lungenkrankheit bei Feldmäusen ausgelöst
- Fremde Gene in Lebensmitteln können neue Allergien verursachen
- Der UN-Agrarrat äußerte sich bereits, dass Gentechnik keine Lösung für das Hungerproblem ist
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Weltweit bauen nur vier Länder fast 90% aller GV-Pflanzen an. Das sind USA (53%), Argentinien (18%), Brasilien (11,5%) und Kanada (6,1%). Die restlichen zehn Prozent werden in zwölf anderen Ländern in kleinen Mengen angebaut. Global werden momentan auf 7,5 Prozent der Ackerfläche Gen-Pflanzen angebaut. In Europa sind es nur 0,119 Prozent vornehmlich in Spanien. In anderen EU-Ländern gibt es Testfelder. In Österreich werden derzeit keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut.
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Anders sieht es beim Import aus. Europa importiert in großen Mengen gentechnisch veränderte Soja, Mais, Raps und Baumwolle (in dieser Reihenfolge). Soja und Mais werden für Lebensmittel verwendet, aber auch als Futter für Tiere in der Landwirtschaft eingesetzt.
Österreich importiert beispielsweise jedes Jahr 600.000 t Gentech-Soja als Futtermittel.
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Prinzipiell muss jedes Nahrungsmittel welches GVOs enthält oder mittels GVOs hergestellt wurde ab einer Menge von 0,9 Prozent pro Zutat gekennzeichnet werden. Bei einem Anteil von unter 0,9 Prozent besteht theoretisch keine Kennzeichnungspflicht, wenn die Verunreinigung zufällig entstanden oder technischen nicht vermeidbar ist. Praktisch besteht also unter 0,9 Prozent keine Kennzeichnungspflicht. Für Fleisch, Milch oder Eier von Tieren, die mit GVOs gefüttert wurden besteht grundsätzlich keine Kennzeichnungspflicht. Auch das AMA-Gütesiegel schützt hier vor Gentechnik nicht.
Garantiert gentechnikfrei sind nur biologische Produkte oder solche die das Gütesiegel der ARGE-Gentechnikfrei tragen. Der Österreichische Lebensmittelhandel hat sich freiwillig dazu bereit erklärt, keine Produkte zu verkaufen, die als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssten. Bei Fleisch, Eiern, Milch gilt dies wiederum nicht.
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Gentechnik kann erwiesenermaßen nicht zu einer Lösung der Welthungerfrage beitragen. Im Gegenteil: in einigen Fällen führte sie zu geringeren Erträgen. Auch können die Bauern keinen zusätzlichen Gewinn erwirtschaften, sondern geraten stattdessen in Abhängigkeit von den großen Saatgut-Konzernen. Und es hat sich gezeigt, dass Gentechnik auf dem Feld eine direkte Bedrohung der Natur und eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Menschen darstellt.
Eine gewinnbringende Zukunft für Bauern, Natur und Konsumenten gleichermaßen, liegt eindeutig in einer klein strukturierten Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet, nicht gegen sie. Gesunde Lebensmittel und stabile Preise müssen dabei im Vordergrund stehen. Um der globalen Ernährungskrise entgegenzuwirken, müssen Bauern in armen Regionen verbesserten Zugang zu Wissen, Infrastruktur und Vermarktungsmöglichkeiten erhalten. Gentechnik wird dabei nicht helfen.
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