Schon seit Jahren wehrt sich Österreich gegen den Import und den Anbau des umstrittenen Gentech-Mais MON810. Nachfolgend kannst du die wichtigsten Meilensteine im Kampf gegen die Gentech-Lobby nachlesen, die mittlerweile bereits die EU-Kommission zu ihrem verlängerten Arm umfunktioniert hat. Das Motto der Kommission: Lassen wir so lange im Rat abstimmen, bis die Abstimmungsergebnisse unseren Erwartungen entsprechen.
2009
Februar: Die EU-Kommission will Österreichs Anbauverbot für die beiden Maislinien MON810 und T25 zum dritten Mal aufheben.
2008
März: Die USA wollen das österreichische Import- und Anbauverbot für Gentech-Maissorten aufheben lassen und planen die Verhängung von Strafzöllen auf österreichische Produkte. Greenpeace AktivistInnen protestierten vor der US-Botschaft in Wien mit einer Straßenwalze, die das rigorose Vorgehen der USA symbolisiert. Mai: Als Ergebnis der Gentechnik-Orientierungsdebatte der Kommission soll Österreich den Import der gentechnisch veränderten Maissorten MON 810 und T25 als Lebens- und Futtermittel zulassen. Das Anbauverbot bleibt vorerst aufrecht.
2007
Mai: Greenpeace veröffentlichte einen Bericht, der zeigt, dass der Giftgehalt des in der EU zum kommerziellen Anbau zugelassenen Gentech-Maises MON 810 unerwartet hohe Schwankungen aufweist. MON 810 wird derzeit unter anderem in Deutschland, Spanien und Tschechien angebaut. Oktober: Zum dritten Mal Abstimmung auf europäischer Ebene über österreichische Importverbote für Gentech-Mais. Bereits zwei Mal, am 24. Juni 2005 und am 18. Dezember 2006, wurde der Vorschlag der Kommission, die Importverbote für die gentechnisch veränderten Maissorten MON810 und T25 aufzuheben, von den EU-Umweltministern mit der dafür notwendigen qualifizierten Stimmenmehrheit abgelehnt.
2006
Im Dezember fällt die Entscheidung der EU-Umweltminister, die sich mit einer qualifizierten Mehrheit gegen den Vorschlag der EU-Kommission ausgesprochen haben, dass die österreichischen Gentechnik-Importverbote aufgehoben werden. Zur Abstimmung standen die Verbote für die Maissorten MON 810 und T25.
2005
Jänner: Ungarn verhängt ein Importverbot für MON 810-Mais. Der ungarische Landwirtschaftsminister Jozsef Graf erklärt, es liege im wirtschaftlichen Interesse Ungarns, das Land gentechnikfrei zu halten. März: Gute Nachrichten auch aus Polen: Die Regierung in Warschau verbietet den Anbau von MON 810 auf zwei Jahre. Der Gentech-Mais steht seit einem halben Jahr im EU-Sortenkatalog und kann somit europaweit angebaut werden. Juni: Die EU-Kommission versucht, die drei österreichischen Mais-Importverbote zu kippen, scheitert aber an einer Zweidrittel-Mehrheit im EU-Umweltministerrat. Monsanto muss vertrauliche Dokumente über Fütterungsversuche mit MON 863-Mais veröffentlichen. Greenpeace hatte die Freigabe erfolgreich eingeklagt. Im Tierversuch wiesen Ratten, die mit dem Monsanto-Mais gefüttert wurden, Gesundheitsschäden auf.
1999
Juni: 5 EU-Staaten Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien und Luxemburg sprechen im Juni das so genannte "de facto-Moratorium" aus. Sie verpflichten sich, alle weiteren Zulassungen zu blockieren, bis die EU eine umfassende Gentech-Gesetzgebung vorlegt. Zweites nationales Importverbot in Österreich (MON 810-Mais von Monsanto).
1997
Am 14. Februar verhängt Österreich das erste nationale Importverbot für Gentech-Mais. Eine umfassende wissenschaftliche Begründung des Importverbots wird nach Brüssel geschickt. Die Kommission reagiert nicht. In den nächsten vier Jahren folgen ähnliche Verbote in Frankreich, Griechenland, Italien und Deutschland.
1996
Am 27. Dezember 1996 unterzeichnete Ministerin Krammer die entsprechende Verordnung über ein Importverbot von gentechnisch verändertem Mais.
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