Klimaschutz ist seit längerem in aller Munde. Die Klimaschutzpolitik geht aber in den meisten Fällen über Lippenbekenntnisse nicht hinaus. Unmittelbar vor der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen Endes des Jahres stellt der Klimawandel die Industrienationen tatsächlich vor ein nicht einfach zu lösendes Problem. Während bei lokalen Umweltproblemen, wie etwa bei der Verschmutzung eines Flußes, das Problem rasch ausgeforscht werden kann, ist die Sache beim Klimawandel deutlich diffiziler.
Denn Bereiche wie die Stromerzeugung, Verkehr oder Industrie verursachen den Großteil des Klimawandels. Damit der Klimaschutz gelingt, müssen bei einem Klimaschutzabkommen in Kopenhagen radikale Einschnitte in genau diesen Bereichen gemacht werden. Das betrifft damit die Energieversorgung, die Energiesicherheit und die Infrastruktur aller Industrienationen. Ein internationales Klimaschutzabkommen ist daher ein heikles und politisch hoch brisantes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass so mancher Krieg für den Zugang zu Erdöl geführt wurde.
Bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen hätte ein solches internationales Abkommen zustande kommen sollen. Die Weltpolitik hat jedoch versagt. Viel Zeit bleibt jetzt nicht mehr. Denn das bestehende Kyoto-Protokoll endet 2012. Bereits im Jahr 2013 muss die neue Vereinbarung starten.
Die letzte Chance, doch noch vor Auslaufen des Kyoto-Protokolls einen internationalen Vertrag zu beschließen, wird sich bei der COP 16 Ende 2010 in Mexiko stellen. Ob die Weltpolitik das will, ist noch unklar. In Kopenhagen wurde jedenfalls kein verbindlicher Fahrplan beschlossen. |