> 28.07.2010

Greenpeace-Aktivisten aus Italien und Österreich protestieren seit heute Früh am Lido von Venedig gegen die Atompläne des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Geht es nach ihm, wird im Urlaubsparadies bald nicht mehr nur die Sonne strahlen, denn Berlusconi plant den Wiedereinstieg Italiens in die Atomenergie.
"Die Region Venetien muss aktiv gegen die Atompläne vorgehen. Berlusconi kann nicht gegen den Willen der Bevölkerung einfach ein Atomkraftwerk neben den beliebtesten Urlaubsstränden Italiens bauen lassen", fordert Niklas Schinerl, Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace.
Atomkraftfreie Zone Venetien
Greenpeace übergibt daher im Rahmen der Aktion eine Petition an den Gouverneur von Venetien, Luca Zaia, in der sie ihn dazu aufrufen, die Region zu einer "Atomkraftfreien Zone" zu machen. Bereits in der letzten Woche hat sich Greenpeace in Österreich an alle Landeshauptleute gewendet, damit diese Druck auf ihren Amtskollegen in Venetien ausüben.
In den kommenden Jahren ist der Bau von vier neuen Atomkraftwerken in Italien vorgesehen, unter anderem in Chioggia, südlich von Venedig, in unmittelbarer Nähe zu den beliebten Touristenstränden in Lignano, Jesolo, Caorle und Bibione und nur 160 Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze entfernt.
Mehrheit gegen Atomkraft
Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi ignoriert damit die Mehrheit der italienischen Bevölkerung, die sich 1987 im Zuge einer Volksabstimmung nach der Tschernobyl-Katastrophe für den Ausstieg aus der Atomkraft ausgesprochen hat. Italien setzt dabei auf die EPR-Technologie (European Pressurized Reactor), die weltweit noch nicht ans Netz gegangen ist. Der Prototyp wird derzeit in Finnland und Frankreich gebaut und wurde dafür bekannt zu Sicherheitsmängeln, Verzögerungen und massiven Überschreitungen der Baukosten zu führen.
Effizienz und Erneuerbare Energien statt teurem und riskantem Atomstrom
"Italien braucht keine Atomkraft. Diese ist eine höchst riskante und teure Energieform, die uns im Kampf gegen den Klimawandel nur aufhält. Stattdessen stellt die Kernkraft eine Gefahr für die gesamte italienische Halbinsel, insbesondere für Norditalien und das Po-Delta, dar", erklärt Alessandro Gianni, Kampagnendirektor von Greenpeace in Italien.
Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energieträger werden bereits 2020 einen dreimal so hohen Beitrag zur Stromgewinnung in Italien leisten wie die aktuellen Atompläne. Zwei Drittel der Italiener sprechen sich nach wie vor gegen Atomkraft aus. Dennoch arbeitet die italienische Regierung unter Berlusconi an den gesetzlichen Grundlagen für neue Atomkraftwerke.
Greenpeace fordert
Bisher gab es nichts als leere Versprechen und Absichtserklärungen von Venetien gegen Berlusconis Atompläne. Gouverneur Luca Zaia muss Venetien zu einer ‚Atomkraftfreien Zone’ erklären und so aktiv Widerstand gegen Italiens Premier Berlusconi leisten.
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