Einige der Proben enthielten gefährliche Chemikalien wie Blei in Mengen, die hundert Mal höher als die Grundbelastung waren. In den meisten untersuchten Proben fanden sich auch andere Chemikalien wie Phthalate (beeinträchtigen die Fortpflanzung). Eine Probe enthielt eine hohe Menge an chloriertem Dioxin.
Der Greenpeace Wissenschaftler Dr. Kevin Bridgen untersuchte Elektroschrottplätze in China, Indien und Ghana: "Viele der freigesetzten Chemikalien sind hochgiftig, einige können die sich in Entwicklung befindlichen Fortpflanzungsorgane der Kinder beeinträchtigen, während andere die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem beeinträchtigen. In Ghana, China und Indien ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Arbeiter, davon viele Kinder, solchen gefährlichen Substanzen ausgesetzt sind."
Container mit Computern, Monitoren und Fernsehern von Marken wie Philips, Canon, Dell, Microsoft, Nokia, Siemens und Sony, treffen in Ghana unter der Kennzeichnung "Second Hand-Ware" ein. Diese Kennzeichnung ist falsch, da der Großteil der Altgeräte beschädigt ist. Die Container stammen aus Deutschland, Korea, der Schweiz und den Niederlanden.
In Europa ist der Export von Elektronikschrott illegal. Der Export von alten elektronischen Geräten zur Wiederverwendung ist hingegen erlaubt. Diese Regelung ermöglicht ein profitables Geschäft für skrupellose Händler, die Elektronikmüll nach Ghana verkaufen. Der Großteil des Inhalts der Container landet auf Müllplätzen in Ghana, der dort von ungeschützten Arbeitern gepresst und verbrannt wird. Einige Händler erzählen, nur um einige funktionierende Computer zu erhalten, einen ganzen Versandcontainer mit defektem Schrott akzeptieren zu müssen. Diese Container stammen von Exporteuren aus Industrieländern.
Funktionierende Computer und Mobiltelefone können in manchen afrikanischen Ländern Nutzen bringen, so sie weiterverwendet werden können. Als Schrott verschmutzen sie die Umwelt in diesen Ländern, da sie eine Reihe von giftigen Chemikalien enthalten. Mit dem vierteljährlich erscheinenden Ratgeber "Grüne Elektronik" übt Greenpeace Druck auf die größten Elektronikhersteller aus. Gefährliche Chemikalien müssen durch ungefährliche ersetzt und globale Recyclingsysteme eingeführt werden. Beide Schritte sind gleichermaßen erforderlich, um die wachsende Menge an problematischen Elektroschrott in Griff zu kriegen.
Das hat zu erfreulichen Entwicklungen geführt, da einige Firmen mittlerweile Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihre Produkte übernehmen. Philips und Sharp jedoch verweigern jegliche Verantwortung für ihre Altgeräte. Die Haltung dieser mächtigen multinationalen Konzerne sorgt für eine digitale Kluft, deren Folgen gerne verborgen werden und die dazu führen, dass Menschen in Entwicklungsländern ohne Schutz hoch problematischen Chemikalien ausgesetzt sind. |