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Tunfischkommission versagt bei Entscheidung um Blauflossentun
> 16.11.2009
Tunfischkommission versagt bei Entscheidung um Blauflossentun


Die Internationale Kommission zur Erhaltung der Tunfischbestände im Atlantik (ICCAT) hat es nicht geschafft, einen Fangstopp für den vom Aussterben bedrohten Blauflossentunfisch zu beschließen. Statt der dringenden Empfehlung ihrer eigenen Wissenschaftler zu folgen, wurde bei der in Recife/Brasilien zu Ende gegangenen Jahrestagung eine Fangquote von 13.500 Tonnen genehmigt. Jetzt kann dem Blauflossentun nur noch ein internationales Handelsverbot helfen.

 

Der Blauflossentunfisch im Atlantik und Mittelmeer gehört zu den am meisten ausgebeuteten Fischbeständen weltweit. Die jüngsten wissenschaftlichen Berechnungen der ICCAT-Fischereibiologen schätzen, dass der Bestand der fortpflanzungsfähigen Tiere auf unter fünfzehn Prozent des Ursprungsbestandes gesunken ist. Die Biologen hatten daher im Oktober einen kompletten Fangstopp und ein Handelsverbot empfohlen.

 

Kommerzielles Aussterben bereits 2012

 

Die nun gültige Fangquote von 13.500 Tonnen wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Lage für die Fischart noch deutlich verschlimmern: Bei einer Fangquote von 8.000 Tonnen bis ins Jahr 2023 hätte der Blauflossentun im Ostatlantik nur eine fünfzigprozentige Chance sich zu erholen. Soll die Überlebenschance steigen, muss die Fangquote deutlich geringer ausfallen. Nun droht das kommerzielle Aussterben bereits im Jahr 2012.

Die Beschlüsse der ICCAT bestätigen, dass die Fischfangnationen – insbesondere jene innerhalb der EU - nicht in der Lage sind, ihre eigenen Beschlüsse umzusetzen geschweige denn zu kontrollieren. Monaco hat für die Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens im März 2010 in Doha/Qatar einen entsprechenden Antrag auf eine Aussetzung des Handels eingereicht. Zu viele Tunfischfischer wollen Profit aus dem letzten Tunfisch schlagen und die EU schaut zu.

 

Verheerende Ausnahmegenehmigung für Treibnetze

 

Ein weiterer Beschluss zeigt die Verantwortungslosigkeit der ICCAT-Mitgliedsländer im Umgang mit den ihnen überantworteten Meeresressourcen. Trotz eines weltweit gültigen Verbots für den Einsatz von Treibnetzen, genehmigte die ICCAT, dass Marokko diese „Wände des Todes“ bis 2012 weiter einsetzen darf. Die illegalen marokkanischen Treibnetze töten jährlich 4.000 Delfine und 25.000 Hochsee-Haie im westlichen Mittelmeer als Beifang. Die für die Meeresumwelt verheerende Ausnahmegenehmigung für Marokko wurde von der EU und den USA maßgeblich unterstützt. Marokko fängt Schwertfisch für den europäischen Markt.


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