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Südpolarmeer
Waljagd unter dem Deckmantel der Wissenschaft

Japanische Walfänger in der Antarktis auf der Jagd nach Zwergwalen
Japanische Walfänger in der Antarktis auf der Jagd nach Zwergwalen
Japanische Walfänger in der Antarktis auf der Jagd nach Zwergwalen
Japanische Walfänger in der Antarktis auf der Jagd nach Zwergwalen
Japanische Walfänger in der Antarktis auf der Jagd nach Zwergwalen

Jeden Winter zwischen November und April ist die japanische Walfangflotte auf dem Weg ins antarktische Walschutzgebiet, um dort nahezu 1000 Wale zu töten. In der Fangsaison 2008/2009 standen zusätzlich zu etwa 935 Zwergwalen auch Finnwale auf der Abschussliste. Finnwale stehen als gefährdete Art auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Tatsächlich hat die japanische Walfangflotte in der Fangsaison 2008/09 etwa 680 Wale in der Antarktis getötet.


Die Gewässer rund um die Antarktis wurden 1994 durch einen Beschluss der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum Walschutzgebiet erklärt. Bereits seit 1986 gilt weltweit ein IWC-Moratorium auf den kommerziellen Walfang. Seitdem tarnt Japans Fischereibehörde die kommerzielle Jagd als Forschung. Denn eine Gesetzeslücke in der „Internationalen Konvention zur Regulierung des Walfanges“ (ICRW) ermöglicht Japan den im Grunde kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft weiterzuführen: Den Regeln der Konvention zufolge darf jedes IWC-Land Ausnahme-Genehmigungen für wissenschaftliche Untersuchungen erteilen.

 

Japans "wissenschaftlicher“ Zweck ist, zu „erforschen“, ob die Wale für den Rückgang der Fischbestände in den Ozeanen verantwortlich sind. Tatsächlich ist diese Annahme absurd: Verantwortlich für die weltweit schwindenden Fischbestände die Überfischung durch die Fischfang-Industrie. Es wurde bereits ausreichend - wissenschaftlich untermauert - dargelegt, dass sich die von Japan getöteten Zwergwale hauptsächlich von Krill-Krebsen ernähren - und nicht von Fisch.

 

Regelmäßig im November läuft das 7.440 Tonnen schwere Fabrikschiff Nisshin Maru in Begleitung von drei Fangschiffen zur Jagd aus. Im April kehren die Walfänger mit mehreren Tausend Tonnen Walfleisch nach Japan zurück, wo es verkauft wird. Die Preise reichen bis zu 300 Euro pro Kilo. Walfleisch ist in Japan somit ein Luxus-Lebensmittel. Dennoch hat die japanische Regierung als PR-Aktion auch Schulkantinen etc. gesponsert, um die junge Generation wieder auf den Geschmack von 'Wal-Burgern' zu bringen.

 

Die japanische Regierung behauptet, das Walfleisch in Japan ein traditionelles Nahrungsmittel ist. Die japanische Bevölkerung sieht das inzwischen ganz anders: Nur vier Prozent essen regelmäßig Walfleisch. 53 Prozent der Japaner haben seit ihrer Kindheit kein Walfleisch mehr gegessen und 33 Prozent noch niemals.

Walfang_im_Suedpolarmeer.pdf
Hintergrundinformation zum Japanischen Walfang im Südpolarmeer, 3 Seiten, Februar 2010
   63 K
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