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Blauflossentun
Dem Mittelmeer-Tunfisch droht 2012 das kommerzielle Aussterben







Die Tunfisch-Fischerei ist einer der bedeutendsten Industriezweige des Mittelmeerraums. Fast alle aus dem Mittelmeer gefischten Blauflossentunfische (Thunnus thynnus) - auch als Roter Tun bekannt - werden nach Japan exportiert. Die Fischbestände selbst sind seit Jahren massiv rückläufig. Die Bedrohungen für den Roten Tun sind Überfischung, Tunfischzucht und die hohe Nachfrage nach diesem Fisch, der weltweit zu den begehrtesten Fischarten zählt.  Greenpeace-Nachforschungen belegen, dass vor allem die boomende Tunfisch-Zucht den illegalen Fang von Tunfisch ankurbelt. Um alle Zuchtkäfige des Mittelmeeres mit jungen Tunfischen zu versorgen, wird die legale Fangquote um 60 Prozent überschritten.

 

Tunfischkommission und EU versagen

 

Zuständig für den Mittelmeer-Tunfisch ist die  Internationale Kommission für die Erhaltung der Tunfischbestände im Atlantik (ICCAT). Für Greenpeace hat die ICCAT als internationales Gremium, das für das Fischerei-Management aber auch den Schutz dieser Fischart zuständig ist, klar versagt. Denn bei ihrer letzten Konferenz im November 2009 hat die ICCAT hat ihre letzte Chance verpasst, den Tunfisch im Mittelmeer durch ein Fangverbot zu retten.  

 

Für kaum eine Fischerei ist die dramatische Lage wissenschaftlich derart exakt belegt wie für den Roten Tun im Ostatlantik und im Mittelmeer. Im Jahr 2007 lag die offizielle Fangquote bei 28.500 Tonnen, doch die Menge der illegalen Fänge wurden von den Experten der ICCAT auf  61.000 Tonnen geschätzt. Verantwortlich dafür waren vor Allem Fangflotten aus Frankreich, Italien und Spanien.

 

Für 2009 einigte sich die ICCAT dennoch auf eine Fangquote von 27.500 Tonnen – die Empfehlungen der ICCAT-Experten lagen allerdings bei nur 15.000 Tonnen. Auf massiven Druck wurde die Fangquote im November 2009 auf 13.500 Tonnen erneut verringert. Der Haken dabei: Inzwischen haben die Fischereibiologen errechnet, dass bei einer Fanggquote von 8000 Tonnen nur eine 50%ige Chance auf Erholung besteht.

Der neue Management-Plan der ICCAT versagt also erneut. Striktere Maßnahmen – wie etwa das von Greenpeace geforderte sofortige Fischereiverbot und die Einrichtung von Schutzgebieten in den Laichgründen – wurden abgelehnt. Vor allem die EU weigert sich, schärfere Schutzmaßnahmen zuzulassen.

 

Es ist zu befürchten, dass der Rote Tun zu einer aussterbenden Art wird, weil die zuständigen Fischereiminister und Regierungen ihre Verantwortung an die Profit-Interessen der Fischerei-Industrie verkauft haben. Am Beispiel des Blauflossentuns im Mittelmeer zeigt sich deutlich, dass die Europäische Union nicht in der Lage ist, eine nachhaltige Verwaltung unserer Fischbestände zu gewährleisten. Ändert sich nichts daran, ist eine der beeindruckendsten Fischarten des Mittelmeeres innerhalb der nächsten Monate zum kommerziellen Aussterben verdammt.

 

News-Archiv zur ICCAT-Konferenz 2009

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